Porsche 911 Classic Club Coupe.

Ein Werksunikat mit großen Vorbildern.

Wenn Porsche und der Porsche Club of America (PCA) die Köpfe zusammenstecken, entstehen großartige Ideen. Etwa die zwei Sondermodelle des 911 Club Coupes auf Basis des 911 Carrera S (Typ 997) und 911 Carrera GTS (Typ 991). Alle 911 Club Coupes sind heute begehrte Sammlerstücke. So kam bei einem Treffen von Porsche Classic und dem PCA die Frage auf, welches Projekt man zurückblickend in der Vergangenheit gern gemeinsam realisiert hätte. Trotz der enormen Modellvielfalt fiel die Wahl leicht. Für das exklusive Projekt sollte der 911 Sport Classic (Typ 997) als Inspirationsfahrzeug dienen – eine begehrte Kleinserie, die nie in den USA erhältlich war. Mit dem Werksunikat 911 Classic Club Coupe sollte ein ebenso spannendes Fahrzeugkonzept nun auch für die USA realisiert werden.

Porsche 911 Classic Club Coupe, Seitenansicht.
Porsche 911 Classic Club Coupe, Frontansicht.
Detail: Schild Classic Series.
911 Classic Club Coupe und 911 Sport Classic (Typ 997) in Fabrikhalle, Heckansichten.

Im Sinne des Porsche Sonderwunsch-Programms sollten im 911 Classic Club Coupe verschiedene Einflüsse den finalen Auftritt des Einzelstücks bestimmen. Prägend für das Design ist der 911 Sport Classic (Typ 997), der im Jahr 2009 mit einer Fusion verschiedener Elfer-Epochen begeisterte. Er vereint die Technik des Typs 997 mit dem feststehenden Heckspoiler im Entenbürzel-Stil des 911 Carrera RS 2.7 und einem gewölbten Doppelkuppeldach in Anlehnung an den Carrera GT. Für das 911 Classic Club Coupe sollte gleich eine weitere Epoche hinzukommen. Die Wahl für das Basisfahrzeug fiel auf den bis 2006 produzierten Typ 996. Als jüngster 911er unter den von Porsche Classic betreuten Modellen steht der Typ 996 noch im Schatten des 993, 964 sowie des G- und F-Modells. Mit dem 911 Classic Club Coupe rückt Porsche den 996 ins Rampenlicht der weltweiten Porsche Community.

Detailansicht: Carrera-Schriftzug.
Detailansicht: Porsche Wappen.

Um dem Basisfahrzeug keine Träne nachweinen zu müssen, hatte sich der PCA bei der Suche nach weniger gut erhaltenen Exemplaren umgesehen und einen 911 Carrera der ersten 996-Generation erworben. Zwar fahrbereit, aber insgesamt in einem Zustand, der geradezu dazu aufforderte, etwas Neues aus dem Carrera entstehen zu lassen.

Designer-Hände mit Bleistift: Zeichenblock mit Porsche Modell.
Ausschnitt von oben: Porsche 911 Sport Classic.

Eine Komposition der Vergangenheit – wie aus einem Guss.

"Etwas Einzigartiges schaffen, das für Enthusiasmus sorgt." war das hochgesteckte Ziel des weltweit größten Automobilclubs. Eine Aufgabe, der sich im ersten Schritt der Porsche-Designer Grant Larson gewidmet hat. Larson war schon Designer vom Inspirationsfahrzeug, dem 911 Sport Classic (Typ 997), und somit die ideale Besetzung für den Job. In den Skizzen setzte er zusammen mit dem Projektteam die verschiedenen Fahrzeugspezifika sowie das Farbkonzept kunstvoll um. Das Exterieur zitiert mit Entenbürzel und Doppelkuppeldach klar den 911 Sport Classic, setzt aber mit aerodynamischen Elementen angelehnt an den 911 GT3 (Typ 996) und Fuchsfelgen ganz eigene Akzente. Die Farbgebung kombiniert gekonnt das neu entwickelte "Sportgraumetallic" mit Doppelstreifen in Sportgrau hell, feinen Linien im Clubblau des PCA und dem Seitendekor mit Schriftzug "Classic Club Coupe". Auch die Einstiegsleisten aus Edelstahl tragen den Schriftzug.

Porsche 911 Sport Classic, Auto-Innenraum, Sitze, Cockpit, Steuer

Im Innenraum setzt sich dieser Stil konsequent fort. Besonders hervorzuheben sind die Türverkleidungen und Sitzmittelbahnen in einem aus schwarzem und schiefergrauem Leder gewebten Pepita-Muster. Dieses handwerklich äußerst anspruchsvolle Flechtleder hat Porsche erstmals beim 911 Sport Classic eingesetzt. Neu ist beim 911 Classic Club Coupe, dass die Pepita-Optik mit schräg verlaufendem Gewebe umgesetzt wurde und clubblaue Ziernähte den klassischen Look auflockern. Das seinerzeit im 996 verbaute Serien-Lenkrad mit drei Speichen wird auf dieselbe Weise aufgewertet: Bei der Ziernaht am Kranz und der 12-Uhr-Markierung werden clubblaues Garn und Leder verwendet. Die Plakette „911 Classic Club Coupe Nr. 001/001“ auf der Schalttafel verdeutlicht, dass es sich um ein Einzelstück handelt.

Detailaufnahme: beleuchtete Tachoanzeige.

Die Rundinstrumente sind analog zum 911 Sport Classic veredelt. So trägt der Drehzahlmesser zwei graue Streifen mit seitlichen Linien in Clubblau und den Schriftzug „911 Classic Club Coupe“. Auch das Porsche Classic Communication Management (PCCM) wurde für das Einzelstück individualisiert. Das Startbild auf dem Display zeigt die Fahrzeugbezeichnung „Classic Club Coupe“.

Exklusiv für das Unikat werden die Bremssättel in Schwarz Hochglanz mit Porsche-Schriftzug in Clubblau ausgeführt. Für eine herausragende Performance wurde das Unikat mit Elementen des 911 GT3 (Typ 996, zweite Generation) technisch aufgewertet. Fahrwerk, Antriebsstrang und Bremsen stammen vom GT3. So sorgt eine Komposition legendärer Technik- und Design-Elemente verschiedener 911er im Classic Club Coupe für eine perfekte Fusion, die begeistert.

Accessoires auf dem Rücksitz: drei verschiedene Porsche Taschen im Pepita-Muster.

Accessoires: Ausdruck von Enthusiasmus.

Ausgewählte Accessoires aus dem Produktsortiment von Porsche Classic in puncto Materialauswahl oder handwerklicher Ausführung aufwendig als Einzelstücke veredelt. Sie unterstreichen die Sonderstellung des Werksunikats. Dazu gehören das maßgefertigte Car-Cover, der in Wagenfarbe lackierte Fahrzeugschlüssel mit einem Lederetui sowie die aus Flechtleder im Pepita-Muster gefertigte Werkzeugtasche, Verbandtasche sowie Touring Bag.

911 Classic Club Coupe. Eine perfekte Fusion.

Ein Porsche 911 Carrera (Typ 996) fährt auf Rampe in einen Lastwagenanhänger.
Porsche Mitarbeiter bringt  Schraubzwinge an Rohkarosserie an.
Rohkarosserie wird gereinigt.
Porsche im Windkanal.
Mechaniker mit weißen Handschuh streicht über Heckdeckel.
Werkstattszene: aufgebockte Porsche Rohkarosserie, Saugmotor.
Detailaufnahme: Lackierungsprozess sportgrau,  blaue Doppelstreifen.
Detailansicht: Fuchsfelgen
Ein Mitarbeiter näht schiefergraues und schwarzes Flechtleder zusammen.
Porsche  911 Classic Club Coupe in sportgrau, Seitenansicht.
Versteigerung des 911 Classic Club Coupe in Atlanta.

Basisfahrzeug: ein 911 Carrera (Typ 996).

Das Basisfahrzeug ist Baujahr 1998. Für das 911 Classic Club Coupe wird nur die Karosserie benötigt. Nach der vollständigen Demontage entfernt ein chemisches Bad sämtliche Lackschichten.

Rohkarosserie: neu interpretiert.

Auf der Richtbank erfolgt unter Einsatz von originalen Rahmenlehren für Türen und Fenster eine genaue Vermessung des Rahmens. Deformierte Bereiche werden von erfahrenen Mechanikern rückverformt. Beim aufwendigen "Zusammenbau auf Probe" wird die Rohkarosserie komplett montiert. Alle Spaltmaße und Funktionen werden geprüft und optimal eingestellt.

KTL-Bad: erster Schritt zum Werksunikat.

Für eine Rostvorsorge nach dem aktuellen Stand der Technik kommt die Rohkarosse in eine der modernsten KTL-Straßen: in die der Porsche-Produktion in Zuffenhausen. Eine solche Integration von Unikaten in die Serienfertigung ist weltweit einzigartig.

Windkanal: Tests mit einem Versuchsträger.

Stellvertretend für das wertvolle Einzelstück absolviert ein Versuchsträger umfangreiche Tests. Im Entwicklungszentrum Weissach wird die Aerodynamik des Fahrzeugs abgestimmt und bei anspruchsvollen Erprobungsfahrten auf Testgeländen die Abstimmung optimiert.

Karosserie: Das 911 Classic Club Coupe nimmt Form an.

Mit den Erkenntnissen aus Windkanal und Erprobungsfahrten machen sich die Experten von Porsche Classic an die Neuanfertigung des Heckdeckels mit feststehendem Spoiler sowie des Doppelkuppeldachs. Größtenteils in Handarbeit. Inspiriert vom GT3 wird die Rohkarosse zudem beim Wiederaufbau unter Verwendung von Original-Neuteilen sowie von neu entwickelten Bauteilen umgearbeitet und verstärkt. Besonderes Fachwissen erforderte auch die Anpassung der Karosserie für die Aufnahme des Antriebstranges vom GT3.

Technik: Auf Performance getrimmt.

Beim Fahrwerk inklusive Bremsen sowie dem Antriebsstrang entscheiden sich die Fachleute für Komponenten der zweiten GT3-Generation, die auch in den USA verfügbar waren. Der Saugmotor mit 3,6 Litern Hubraum leistet 280 kW/381 PS.

Lackierung: unverwechselbar perfekt.

Für eine sportliche Optik sorgen Doppelstreifen, die sich über Fronthaube, Dach und Heckspoiler ziehen. Sie sind aufwendig in Sportgrau hell lackiert, während sie beim 911 Sport Classic (Typ 997) als Foliendekor ausgeführt und dunkler als die Wagenfarbe waren. Zwei feine Linien in Clubblau begrenzen die Streifen zudem nach außen. Das Seitendekor in Form eines Hockey-Schlägers ist in Sportgrau hell lackiert und trägt den Schriftzug „Classic Club Coupe“ sowie eine clubblaue Linie.

Fuchsfelgen: typisch für frühe 911-Modelle.

Neben dem Entenbürzel vom 911 Carrera RS 2.7 übernimmt das 911 Classic Club Coupe auch die legendären Fuchsfelgen. Sie wurden speziell für das Werksunikat entwickelt und erweitern in Kürze das Originalteilangebot für den 996. Exklusive Details wie der Porsche Schriftzug auf dem Felgenbett und die feine Linie in Clubblau werden aber dem 911 Classic Club Coupe vorbehalten bleiben.

Interieur: einzigartig detailreich.

Schwarzes Leder kombiniert mit schiefergrauem, teilweise perforierten Alcantara dominiert das Interieur. Die Mittelbahnen der Sportsitze tragen ebenso wie die Türtafeln ein aus schwarzem und schiefergrauem Flechtleder gewebtes Pepita-Muster. Clubblaue Ziernähte lockern den klassischen Look der Sitze auf. In die Kopfstützen ist „911 Classic Club Coupe“ gestickt.

Endabnahme: Das 911 Classic Club Coupe startet durch.

Aus einem gebrauchten 911 Carrera Baujahr 1998 (Typ 996) entstand in zweieinhalb Jahren das Porsche 911 Classic Club Coupe. Bevor das Werksunikat an den Porsche Club of America übergeben werden konnte, wurde es eingehend geprüft. Für den Leiter der Porsche Classic Werksrestaurierung, Uwe Makrutzki, ein persönliches Highlight. Er ist der Einzige, der das Fahrzeug bisher gefahren ist. Die gesamte Abstimmung trägt seine Handschrift.

Versteigerung: Das Werksunikat kommt für 1,2 Mio. US-Dollar unter den Hammer.

Im Rahmen der 75-Jahre-Feier von Porsche Cars North America wurde das 911 Classic Club Coupe bei einer exklusiven Auktion in Atlanta für 1,2 Mio. US-Dollar versteigert. Das macht das Werksunikat aus dem Porsche-Sonderwunsch-Programm zum wertvollsten Fahrzeug des Typs 996.
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