Interview Michael Glinski, CEO Porsche Schweiz AG

Interview Michael Glinski, CEO Porsche Schweiz AG

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«Nicht nur unsere Fahrzeuge sind sportlich, auch unsere Ziele»

Seit 2018 ist Michael Glinski CEO der Porsche Schweiz AG. Die Tochtergesellschaft der Porsche AG mit mehr als 50 Mitarbeitenden ist für den Vertrieb von Porsche in der Schweiz zuständig und betreut 14 Porsche Zentren sowie fünf Porsche Service Zentren im Land. Michael Glinski spricht im Interview darüber, was das Arbeiten für Porsche in der Schweiz besonders und interessant macht und was Porsche als Arbeitgeber auszeichnet.

Michael Glinski, Sie waren für den Vertrieb von Porsche in Westeuropa zuständig und als Porsche-Finanzdirektor in Frankreich tätig. Was schätzen Sie ganz besonders an Ihrer Arbeit in der Schweiz?

Mir gefallen die ausserordentlich respektvollen und freundlichen Umgangsformen hierzulande. In einem besonders diversen Land mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen betrachte ich diesen Umgang miteinander als sehr hilfreich und wertvoll. An meiner Arbeit schätze ich die überaus hohe Begeisterung der Schweizer Kundschaft für unsere Marke, die Schweiz ist ein Porsche-Land. Das macht auf der einen Seite enorm viel Spass, darf aber auf der anderen nicht dazu verleiten, sich auszuruhen.

Was zeichnet Porsche als Arbeitgeber aus – besonders in der Schweiz?

Ich arbeite seit über 20 Jahren für Porsche, begonnen habe ich als Praktikant in Stuttgart-Zuffenhausen. Damals durfte ich das erste Mal in einem 911 mitfahren. In dem Moment war es um mich geschehen und vermutlich habe ich selten so breit gegrinst wie auf dieser Fahrt. Und dann habe ich den ungeheuren familiären Zusammenhalt in diesem Unternehmen erstmals erlebt. Bis heute ist das Unternehmen, trotz des Wachstums und der Anbindung an den Volkswagenkonzern, eine grosse Familie. In der Schweiz ist ein noch engerer Zusammenhalt zu spüren, da wir ein kleines Unternehmen mit kurzen Abstimmungswegen sind, in dem sich alle untereinander kennen.

Warum wollen Talente bei Porsche Schweiz arbeiten?

Porsche ist eine starke Marke: Unsere Tradition und die Innovationen definieren unsere Marke, was besonders von unseren Sportwagen durch Performance, Design und Alltagstauglichkeit verkörpert wird. Als Arbeitgeber stechen wir besonders heraus, weil wir nicht nur in dem, was wir herstellen, innovativ und fortschrittlich sind, sondern auch darin, wie wir arbeiten. Unser Standort in Rotkreuz ist ein modernes Büro mit allen Annehmlichkeiten, von gratis Getränken bis zu ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplätzen. Homeoffice, Jobsharing, mobiles Arbeiten, interne Weiterbildungsmöglichkeiten sowie funktionsübergreifende Projektarbeit sind nichts Neues für uns. Chancengleichheit ist bei Stellenbesetzungen eine unabdingbare Maxime und das nicht erst, seitdem das wichtige Thema das nötige Gehör in der Öffentlichkeit findet.

Zudem steht bei uns im Fokus, den Pioniergeist der Marke auch im Kleinen voranzutreiben. Mit einem internen Innovations-Award spornen wir uns an, gute Ideen nicht nur einzubringen, sondern sie in die Tat umzusetzen. Wer die beste Idee einreicht, darf sich am Jahresende über einen Preis freuen. Es ist essenziell, dass wir mit der Zeit gehen, dabei aber unsere Wurzeln nicht verlieren. Daher durchlaufen alle neuen Mitarbeitenden einen spannenden Onboarding-Prozess namens «Introduction to Porsche». Darin enthalten ist ein Besuch im Stammwerk Zuffenhausen und am Produktionsstandort Leipzig, wo unsere Sportwagen produziert werden. Eine Fahrt auf der hauseigenen Rennstrecke darf da natürlich nicht fehlen. Die Identifikation aller Beschäftigten mit der Marke ist uns ein besonderes Anliegen, egal ob in den Bereichen Buchhaltung, Kundenbetreuung oder in der Werkstatt. Es gibt auch immer mehr Frauen in technischen Berufe, und zum Glück werden es immer mehr. Initiativen wie den Zukunftstag unterstützen wir daher seit vielen Jahren.

Wie würden Sie die Unternehmenskultur der Porsche Schweiz AG beschreiben?

Kultur lässt sich nur schwerlich beschreiben, denn Kultur ergibt sich aus dem kollektiven Handeln aller Einzelnen. Aber ich behaupte, wenn Sie bei Porsche Schweiz zur Tür reinkommen, ist die Kultur greifbar. Ich habe selten schlechte Stimmung oder negative Schwingungen erfahren. Das soll nicht heissen, dass unsere Firma die Insel der Glückseligkeit ist und es keine Meinungsverschiedenheiten gibt. Das wäre aus meiner Sicht noch schlimmer als schlechte Stimmung. Entscheidend ist, dass unser alltägliches Handeln und unsere Arbeit durch unseren Wertekodex bestimmt werden. Diesen Kodex, der bei uns in den Mission Rules definiert ist, haben wir zusammen mit dem gesamten Team erarbeitet. Alle wirkten an der Erstellung mit und dementsprechend tief verankert ist er bei allen Einzelnen. Festgehalten ist auch der Umgang mit Fehlern und Meinungsverschiedenheiten, was mir persönlich sehr wichtig ist: Wir erlauben einander, über die beste Lösung sportlich-fair zu streiten. Ausserdem sind Fehler erlaubt und erwünscht, aber wir gehen proaktiv mit ihnen um und lernen daraus. Und am Ende des Tages stehen wir immer zusammen, handeln immer im Sinne der Kundschaft und der Marke.

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Michael Glinski, CEO Porsche Schweiz AG