Porsche Besuch bei Timo Bernhard: Die Stromlinie des Weltreisenden

Besuch bei Timo Bernhard: Die Stromlinie des Weltreisenden

Lifestyle
Lesedauer: 2 min
22.06.2020

Ein Gespräch mit dem Le-Mans-Sieger, Langstrecken-Weltmeister und Taycan-Fan an der Saarschleife, seinem liebsten Ort der Stille.

Was bedeutet Heimat für dich?
Heimkommen zur Familie, zu den Menschen, die mir am wichtigsten sind. Nach dem Le-Mans-Sieg 2017 kam ich am Montagabend aufgewühlt nach Hause. Dienstagfrüh brachte ich meine Kinder in die Kita. Das erdet. Auch das Ländliche meiner Heimat Bruchmühlbach-Miesau gibt mir Bodenhaftung nach einer Rückkehr aus Shanghai oder São Paulo.

Welchen Reiz übt der Taycan auf dich als Rennfahrer aus?
Für mich steht er vor allem für den Technologietransfer vom Motorsport in die Serie. Unser Rennwagen, der Porsche 919 Hybrid, war ein rollendes Labor. In ihm wurde vieles erprobt, was im Taycan Anwendung findet. Ich bin beeindruckt, wie er sich anfühlt, wie er beschleunigt, bremst und rekuperiert. Es ist sehr schwierig, beim Rekuperieren das Bremsgefühl real zu halten – das ist Porsche absolut gelungen. Und das Drehmoment ist nicht von dieser Welt. Der Taycan fühlt sich in jedem Fahrmodus sehr ausbalanciert an, der Schwerpunkt liegt tief, das Fahrgefühl ist immer sportlich. Porsche eben.

Wie fühlt sich vollelektrisches Fahren in dieser besonderen Zeit an?
Im effizientesten Fahrmodus ist vom Taycan so gut wie nichts zu hören. Das schafft viel Raum für Gedanken und passt sehr gut zur aktuellen Zeit der Stille. Momentan bin ich gerne leise unterwegs. Ich denke über vieles nach, was ich im Motorsport erreicht habe. Ebenso über Dinge, die mich bedrücken und mir bevorstehen. Sich Zeit zu nehmen, Probleme von allen Seiten zu beleuchten, ist häufig entscheidend für deren Bewältigung und Lösungsfindung.

Welche Qualitäten zeichnen einen Langstreckenpiloten aus?
Ein Langstreckenpilot sollte auf jeden Fall entschlossen sein, ein Teamplayer und bereit, sich zu quälen. Auch schon in der Vorbereitung, denn er muss bestens trainiert sein. Eine starke Nacken- und Rumpfmuskulatur ist Voraussetzung. Der Helm allein wiegt schon 1,5 Kilogramm. Die g-Kräfte zerren an dir und multiplizieren das Gewicht. Ich bin zum Glück sehr drahtig und zäh, habe Biss und Durchhaltevermögen und bin in der Lage, permanent Risiken einzuschätzen, etwa bei Überholvorgängen. Der Geist muss sehr wach sein und immer fokussiert bleiben. Wenn ich bei einem 24-Stunden-Rennen nach meinem ersten Stint aussteige, ist das Rennen ja noch lange nicht vorbei. Das ist wie mehrere Marathonläufe hintereinander. Also muss ich auch schnell entspannen können, ehe ich wieder an der Reihe bin.

Autobahn oder Landstrasse?
Wenn es schnell gehen muss, entscheide ich mich immer für die Autobahn. Aber wenn ich Zeit habe, geniesse ich die Landstrasse. Was gibt es denn Schöneres, als mit der Familie die Gegend zu erkunden und dahinzucruisen? Ich finde das sehr entspannend.

Wer Deutschland von aussen betrachtet, biegt schnell ab auf die German Autobahn – Hochgeschwindigkeit prägt das Bild. Doch diese Nation besteht auch aus Alleen und Seen, Natur und Hochkultur. Eine Reise zu Goethe, Fontane und Beethoven im Porsche Taycan.

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Text erstmalig erschienen im Porsche-Kundenmagazin Christophorus, Nr. 395. www.christophorus.porsche.com