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Porsche - Entdeckungsreisen

Entdeckungsreisen

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Viele Abenteuer lassen sich nicht planen. Einige schon. Zum Beispiel die Porsche World Expedition 2018. Deren Teilnehmer durchqueren im neuen Cayenne sechs Kontinente. Einblicke in die Organisation einer einzigartigen Weltreise.

Selbst den zähsten Eukalyptusbäumen ist es in der australischen Simpsonwüste zu trocken. Einzig Büsche und Süßgräser trotzen der Dürre und der Hitze. Eigentlich sollte der Porsche Cayenne S gar nicht in dieser Einöde sein. Doch einen Tag zuvor ist das Team der Porsche Driving Experience auf ihrer Erkundungstour jäh ausgebremst worden: „Sie können hier nicht weiterfahren“, gab sich die Mitarbeiterin der Touristeninformation in Birdsville resolut. Höchst angespannt fuchtelte sie mit beiden Armen vor ihrem Oberkörper herum. „Alle Straßen sind überflutet! Drehen Sie bitte sofort um!“, ordnete sie an und unterstrich ihre Anweisung mit dem Zeigefinger, der in die entgegengesetzte Richtung deutete. „Das ist ja ein toller Empfang!“, sagte Catja Wiedenmann durch das geöffnete Autofenster und schmunzelte.

Die Leiterin der Porsche Driving Experience lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, auch nicht im Örtchen Birdsville am Rande der Simpsonwüste. Das nächste Dorf ist knapp 700 Kilometer entfernt. Die Straßen sind selbst dann abenteuerlich, wenn sie nicht überschwemmt sind. Ursprünglich wollte Wiedenmann mit dem Cayenne von Birdsville Richtung Süden fahren, um die Wüste herum. Wegen der Überschwemmung müsste sie einen 2.000 Kilometer weiten Umweg in Kauf nehmen. Sie wägt ab – und entscheidet sich für die Abkürzung durch die Ödnis.

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Alles im Blick: Catja Wiedenmann hält inne und betrachtet die Landschaft von der Rückbank aus.

Catja Wiedenmann kommt gerne an Limits. In ihrem Beruf hat sie viel mit Porsche-Enthusiasten zu tun, die ihre fahrerischen Grenzen ausloten wollen. Nun ist die 40-Jährige mit einem kleinen Team in Australien unterwegs, um das wohl spektakulärste Fahrerlebnis auf den Weg zu bringen, das je von Porsche veranstaltet wurde: die Porsche World Expedition. Deren Teilnehmer können 2018 im neuen Porsche Cayenne auf anspruchsvollen Strecken rund um den Globus fahren. Sechs Touren auf sechs Kontinenten, teilweise auf extremen Pisten: über rund 4.000 Meter hohe Pässe in den Anden und durch ausgetrocknete Salzseen in Bolivien, durch afrikanische Nationalparks, über sandige Landstraßen Südostasiens, entlang malerischer Seen in Europa, über Serpentinen in Zentralamerika und eben durch das australische Outback. „So etwas hat es noch nie gegeben“, sagt Wiedenmann. Und wird es wohl nie wieder geben. Die Expedition ist einzigartig. Und einmalig.

Den Auftakt bildet im Mai die Australien-Tour. Der Startschuss in Down Under fällt in Brisbane. Ziel der Expedition ist Perth, die Hauptstadt des Bundesstaates Western Australia am Indischen Ozean. Im Juni folgt die Europa-Tour, die am Nordkap beginnt und im französischen Chamonix-Mont-Blanc endet. Dann geht es für jeweils 13 bis 14 Tage nach Afrika, Zentralamerika, Südamerika und Südostasien. Die einzelnen Passagen sind zwischen 3.500 und 7.000 Kilometer lang. Bis zu vier der maximal 28 Teilnehmer teilen sich einen der speziell ausgestatteten Cayenne. Sie fahren abwechselnd, manchmal bis zu 1.000 Kilometer am Tag, in Classic-Rallye-Teams. Das bedeutet: Sie starten zu festen Zeiten und erreichen das Tagesziel in einer vorgegebenen Zeit. „Die World Expedition ist für passionierte Porsche-Enthusiasten konzipiert, die nach einzigartigen Erlebnissen unter Gleichgesinnten und extremen fahrerischen Herausforderungen suchen – und Lust auf ein Abenteuer haben, das im Grunde unbezahlbar ist“, versichert Wiedenmann.

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Landschaftswunder: Der Cayenne in der Nähe des Mont Blanc.

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Fraser Island in Queensland ist die größte Sandinsel der Welt.

Abenteuer Generalprobe

Schon die Vorbereitung dieser einmaligen Touren ist ein Abenteuer. Wiedenmann, von der die Idee stammt, hat eigens dafür eine erfahrene Mannschaft aus Reiseprofis, Eventmanagern, Rallyeexperten, Ersthelfern, Fotografen und Vor-Ort-Guides zusammengestellt. In monatelanger Arbeit haben sie optimale Strecken ausgewählt, Tagesetappen festgelegt und besondere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Jede Route wird von Anfang bis Ende testweise abgefahren. So auch jetzt in Australien. „Wir inspizieren jeden einzelnen Punkt der Strecke persönlich“, sagt Expeditionsleiterin Annette Loftus. Die amerikanische Reisespezialistin wirbelt hauptberuflich um die Welt. Sie kennt die schönsten Flecken. Oder die geheimsten Orte, die bald auch andere kennenlernen sollen – das ist ihr Leben: „Wenn ich länger als zwei Wochen zu Hause bin, wird mir langweilig.“

Das Organisationsteam arbeitet derzeit fast jeden Tag daran, die Porsche World Expedition zu einem außergewöhnlichen Erlebnis zu machen. Loftus zum Beispiel verhandelt mit Behörden in China über die Bedingungen für den chinesischen Führerschein, der im Land auch für ausländische Fahrer Pflicht ist. Sie lässt sich von den Massai in Tansania zu einer heißen Quelle im Dschungel führen. Sie bespricht in der einen Woche mit Stockholmer Küchenchefs abendliche Menüs und wird später noch ein Zeltcamp im australischen Outback organisieren. Reality-Check nennt sie das: „Wir lassen uns jedes Zimmer zeigen, wir testen das Essen an allen Orten, wir sind 40.000 Kilometer unterwegs.“ Die Routen durch Europa und Afrika haben Loftus und ihre Locationscouts bereits gemeistert. Exakt in jenen Wochen, in denen sie auch im kommenden Jahr gefahren werden. Die Afrika-Tour zum Beispiel führt während der großen Gnuwanderung durch die Serengeti – eines der gewaltigsten Naturschauspiele überhaupt. Sechs Millionen Tiere durchqueren die Mara-Ebene. Loftus hat mit den Nationalparkorganisationen eine Sondergenehmigung für den Porsche-Track ausgehandelt. Die Expeditionsteilnehmer werden in der Serengeti von Rangern begleitet, fahren aber selbst.

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Ruinenstadt: Die Inkas bauten Machu Picchu im 15. Jahrhundert auf 2.430 Metern Höhe. Seit 1983 zählt die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Mutig: Catja Wiedenmann (links) und Annette Loftus planen kurzfristig um.

„Manchmal gelingt es uns sogar, das fast Unmögliche möglich zu machen“, sagt Wiedenmann, als sie mit dem Cayenne Richtung Simpsonwüste aufbricht. Schnell merkt die erfahrene Porsche-Fahrerin: Die Sandpisten sind anspruchsvoll. Und zugleich wie geschaffen für den sportlichen SUV. Während ihrer Fahrt durch die Wüste trifft Wiedenmann eine weitere Entscheidung: Die ungewollte Abkürzung bereitet so viel Fahrspaß, dass sie Teil der Australien-Etappe wird. Drei Wüstentage und 500 Kilometer Nervenkitzel. Und um diesen zu steigern, wird spontan auch noch ein Wüstencamp unter dem Sternenhimmel geplant – einer der Höhepunkte der Outback-Tour.

Am Fuße des Uluru

Ein atemberaubendes Lichtspiel am Himmel begleitet Wiedenmann und Loftus zum Uluru – bekannt auch als Ayers Rock –, bevor die Sonne hinter dem australischen Monument verschwindet. Der Legende nach ist der Berg heilig, für die Aborigines hat er eine große spirituelle Relevanz. Besucher aus aller Welt sehen ihn als Wahrzeichen des Landes. Schnell findet Wiedenmann einen geeigneten Ort für die Rast: „Hier könnten wir das Abendessen einnehmen“, schlägt sie vor. Nach dem Dinner verhandeln beide mit den Betreibern des Restaurants. Ein Catering im Mai 2018? Kein Problem, gerne. Doch nicht immer fügt es sich so leicht. „Häufig ändern wir unseren Plan, weil uns vor Ort etwas doch nicht überzeugt hat oder weil die Strecke zu langweilig ist“, erklärt Wiedenmann. Oder weil Straßen unpassierbar geworden sind. So wie am Vortag bei Birdsville. Vielleicht ist es genau das, was ein Abenteuer einzigartig macht: bekannte Wege zu verlassen – verbunden mit dem beruhigenden Gefühl, dass auch eine perfekte Organisation noch Raum für Adrenalin lässt.

1 Australien:
11.–23.5.2018
13 Tage
5.400 km
2 Europa:
9.–22.6.2018
14 Tage
7.000 km
3 Afrika:
10.–22.7.2018
13 Tage
4.700 km
4 Zentralamerika:
4.–16.8.2018
13 Tage
3.900 km
5 Südamerika:
15.–28.9.2018
14 Tage
5.800 km
6 Südostasien:
16.–28.10.2018
13 Tage
3.500 km


Text Barbara Esser, Christina Rahmes
Fotos Theodor Barth, Kim Tonning

Kraftstoffverbrauch und Emissionen

Die neuen Cayenne Modelle
9,4–9,0
l/100 km
213–205
g/km