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Porsche - Von der grünen Hölle ab auf die Insel

Von der grünen Hölle ab auf die Insel

911 Carrera 4 GTS
9,5 – 8,5
l/100 km
216 – 192
g/km
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Ein Masterpiece von zeitloser Schönheit, das viel Auslauf braucht: das neue Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet.

Porsche auf Sylt. Dort, wo Meeresrauschen und weite Dünen eine Einheit bilden, ist der perfekte Ort, um zu entschleunigen. Auf dem Weg nach Sylt mit dem neuen Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet nehmen wir Anlauf am Nürburgring – eine sportliche Tour von Nordschleife zu Nordschleife.

Zugegeben, der Herzschlag beginnt zu hämmern, als sich das Tor zur Nordschleife am Nürburgring öffnet – jenem weltbekannten Racetrack in der Eifel, auf dem schon so viele berühmte Rennpiloten Siege eingefahren haben. Sofort saugt sich das neue Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet an diesem nebligen Morgen auf dem schmalen Asphaltband fest, das sich durch die hohen Nadelbaumreihen entlang der Rennstrecke windet. Rasch den Sport- Plus-Modus wählen, den Sitz des glühend karminroten Racers so tief wie möglich stellen, das Vibrieren der 331 kW (450 PS) spüren, das Ganze untermalt vom satt blubbernden Sound der Sportabgasanlage. Wir sind startbereit. Von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden? Das wollen wir selbst erleben. Hier, im geschützten Bereich der Rennstrecke, ist sportliches Warmfahren erlaubt. Wow, das ist nicht die viel zitierte „grüne Hölle“, das ist ein himmlisches Vergnügen!

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Aufwärmen: Sportliche Runden drehen kann man auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings.

Eines steht fest: Dieses Fahrzeug mit seiner geschärft muskulösen Silhouette und den sportlichen schwarzen Akzenten braucht ordentlich Auslauf. Kann es haben! Wir starten von unserer Aufwärmrunde am Nürburgring zu unserer eigenen, ultimativen Nordschleife gen Sylt. Auf den Hunderten von Kilometern Autobahn in Richtung der größten nordfriesischen Insel kann unser 911 seine Reise-Qualitäten unter Beweis stellen, steht doch GTS für Grand Turismo Sport und verheißt eine Extraportion Sportlichkeit in Verbindung mit alltagstauglichem Komfort. Auf dieser Route gibt es viel Abwechslung: Baustellenbereiche, in denen maximal 80 oder 60 km/h erlaubt sind, lange Teilstrecken mit 130 km/h oder 120 km/h Tempolimit. Dazwischen ab und an freie Fahrt, bei der man die Wonnen von „the German Autobahn“ genießen kann. Das optionale 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) sorgt für bequemen Fahrkomfort, die ebenfalls optionale Keramik-Bremsanlage leistet ganze Arbeit. Eine gute Gelegenheit auch, die Möglichkeiten der optionalen Burmester- Soundanlage mit Hilfe einer klanglich anspruchsvollen Playlist auszureizen. Anspieltipp für den fahrenden Konzertsaal: die Live-Version von Majesty aus dem Best-of-Album der inzwischen aufgelösten norwegischen Band Madrugada – wie unser Porsche ein Masterpiece von zeitloser Schönheit, nie so nuancenreich gehört wie jetzt. Das Gefühl völligen Einsseins mit dem Fahrzeug. Die Zeit scheint zu fliegen oder stillzustehen oder beides zugleich.

Schon weit oben im Norden, bei Kiel, wenn die Landschaft sich zusehends weitet, das Licht milder wird und die Luft würziger, können wir es kaum mehr erwarten. Als wir den Autozug bei Niebüll erreichen, ist es bereits dunkel. Huckepack auf diesem Sylt-Shuttle bekommt autonomes Fahren eine völlig neue Bedeutung. Der Zug rattert in knapp einer halben Stunde über den Hindenburgdamm hinüber zur Insel, zum Bahnhof in Keitum. Wolkenfetzen jagen um den fahlen Mond, links und rechts der Gleise die glatte, blass schimmernde See. Was für ein Empfang! Sylt hat unglaublich viele Facetten. Wir wählen voller Entdeckerlust die naturverbundene, die ganzheitliche Seite. Schon frühmorgens machen wir uns auf den Weg zum nördlichsten Punkt Deutschlands. Öffnen noch während der Ausfahrt aus der Tiefgarage des Hotels Severin*s Resort & Spa das Verdeck. Und atmen auf.

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Entschleunigen: Auf Sylt definieren wir unsere eigene Nordschleife am „Ellenbogen“ der Insel.

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Spiel mit dem Wetter: Das neue Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet verträgt eine steife Brise.

Karin Naujoks kassiert seit 14 Jahren zwei Mal pro Woche in einem Holzhäuschen am Startpunkt der privaten Zufahrt zum bei Einheimischen so genannten „Nordeck“ die Mautgebühr. Sie begrüßt uns mit einem herzhaften „Moin“ an ihrem Arbeitsplatz am Rande des Naturschutzgebiets. Wir sind beim „Ellenbogen“, nördlich der Gemeinde List, sozusagen am obersten Zipfel Deutschlands. „Das ist der schönste Fleck der Insel“, schwärmt die 78-Jährige, „hier kann man die Schattierungen des Lichts beobachten, den Wechsel von Ebbe und Flut, die Schafe. Und hier liegen im Sommer die Handtücher auch nicht so dicht an dicht wie in Kampen oder in Westerland.“ Recht hat sie, wir cruisen entspannt das holperige Sträßchen entlang. Unser weithin leuchtender 911 wird Teil dieser wogenden Weite, der Wind saust durch die Haare und lässt das Dünengras rascheln.

Von Nordschleife zu Nordschleife – Mission erfüllt. Nun lassen wir uns südwärts über die Insel treiben. Es gibt so viel zu entdecken! Wir sind auf der Suche nach dem Besonderen, Authentischen, nach durchdachten Projekten und Produkten. Und so besuchen wir Sylt-Fans, deren einzigartige Konzepte abseits des Mainstreams der Insel ihr Gesicht geben. Die besser sein möchten als die Masse – so wie Porsche.

Ein solcher Mensch ist zum Beispiel Christian Appel. Der 51-Jährige hat gemeinsam mit seiner Frau Nicol, 37, im vergangenen Mai am Rande des Gewerbegebiets von Rantum die Kaffeerösterei Sylt eröffnet. Der Laden ist Schankraum, Kaffeelager und Rösterei in einem, erfüllt vom Duft nach den rund 800 Aromen des Heißgetränks. Alles folgt hier dem Manufakturgedanken: Appel kreiert seine eigenen Mischungen, vermählt dabei etwa die fruchtige Note äthiopischer Arabica-Bohnen mit dem schokoladigen Charakter von Kaffee aus Guatemala. Zuvor unterzieht er die handverlesenen, glatten und gleichmäßigen Bohnen sorgsam einem Langzeitröstverfahren, etwa 20 bis 22 Minuten bei 205 Grad Celsius. „So kann ich am besten die Säuren wegrösten und die Aromen herauskitzeln“, erklärt der ehemalige TV-Produzent und strahlt über das ganze Gesicht.

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Sportlich unterwegs: Speed und hohe Wellen sind die Leidenschaft von Extrem-Surfer Christopher Bünger.

Solche Perfektionslust spricht sich herum. Es scheint eine logische Konsequenz zu sein, dass die Kaffeerösterei Sylt nun mit ihrer eigens für diesen Zweck kreierten kräftigen „Okke“- Mischung Lieferant für „Porsche auf Sylt“ ist, jenem erst vor wenigen Wochen eröffneten zukunftsweisenden Showroom von Porsche in der Keitumer Landstraße. Diese brandneue Repräsentanz der Marke, die in einem auffälligen zweigeschossigen Neubau aus cappuccinofarbenem Stampfbeton und Glas ihre Heimat gefunden hat, besitzt einen ganz eigenen Charakter. „Wir sind Labor und Ort der Gastlichkeit in einem“, lächelt Mirko Riekers, 44, Leiter von „Porsche auf Sylt“, vielsagend, „wir werden immer wieder etwas Neues bieten.“ Und so vereint die neue Einrichtung viele Aspekte: das Spielen mit Augmented Reality beim Konfigurieren von Porsche-Fahrzeugen und die Beratung der Kunden in fast intimem Rahmen. Zudem die Möglichkeit, in der angeschlossenen kleinen Werkstatt Porsche-Fahrzeuge „mobil zu halten“, oder das Angebot, über „Porsche Drive“ Porsche-Fahrzeuge unterschiedlicher Baureihen zu mieten. Man kann aber auch ganz relaxed die wechselnden Ausstellungen betrachten und dazu einen „Okke“-Kaffee trinken.

Nun zieht es uns ganz in den Süden Sylts, nach Hörnum, einem Dorf, das an drei Seiten von Strand und Meer umgeben ist. Ideale Voraussetzungen für Christopher Bünger, 32, und seine Surfschule Südkap Surfing. Das kleine hölzerne Gebäude in der Strandstraße 1 steht direkt auf dem Deich, der zweite Standort der Schule ist in Wennigstedt. Und ja, eine steife Brise gibt es hier meistens. Bünger, der sich gerade den „Trapez“ genannten Gürtel umschnallt, an dem der Kiteschirm befestigt wird, mustert unser Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet bewundernd. „Ein schöner, schneller Sportwagen“, lacht der leidenschaftliche Sportler, „der würde gut zu mir passen.“ Die Freude an Power und Geschwindigkeit, das ist genau sein Ding. Bünger hat mit acht Jahren angefangen zu surfen. Bei Rennen wie dem Windsurf-Worldcup belegt er vordere Plätze: „Auf dem Wasser bin ich sehr schnell.“

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Frischluftzufuhr: Beim Offenfahren erschließt sich der landschaftliche Reiz der Dünenlandschaft besonders.

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Tee-Raritäten: Franziska und Wolfgang Zaeske bieten in ihrem Kontorhaus 200 teils seltene Teesorten an.

Nach einer köstlichen Fischsuppe bei Fisch Matthiesen in Hörnum, einem Fischgeschäft mit Imbissbereich, fahren wir weiter zum Teekontor Keitum. Dort, inmitten von Wiesen und Pferdekoppeln, haben sich Franziska, 47, und Wolfgang Zaeske, 77, einen Lebenstraum erfüllt. Zaeske führte lange Zeit in Wiesbaden ein Architekturbüro und hat in früheren Jahren dort unter anderem das dortige Porsche Zentrum gebaut. Seinen Hang zum Perfektionismus lebt der Porsche-Liebhaber nun im Kontorhaus weiter. Das ist längst nicht mehr nur ein Teegeschäft mit rund 200 erlesenen Sorten, sondern eine Art Gesamtkunstwerk mit Laden, Ausstellungen, Jazz- und Klassikkonzerten, einem Gästehaus mit acht Zimmern und Suiten sowie einem Teeraum, in dem Gäste in kultivierter Atmosphäre Tee genießen können. „Wir möchten unseren Gästen eine Idee oder ein Gefühl für die Aufwendigkeit der Teeproduktion vermitteln“, sagt Teeexpertin Franziska Zaeske, „wir bieten auch Teeseminare an.“ Besonders stolz ist sie darauf, wenn es gelingt, beispielsweise griechischen Bergtee oder Zitronenverbene in erstklassigen Qualitäten zu finden.

Noch eine Portion Keitumer „Sturmtief“, eine kräftige Kräuerteemischung, dann machen wir uns auf den Heimweg in den Süden Deutschlands. Hunderte Kilometer Autobahn liegen erneut vor uns, der 911 scharrt bereits mit seinen breiten 20-Zoll-Rädern. Und plötzlich erscheint dieses in den sozialen Netzwerken oft geteilte Gedicht von Stephanie Bennett-Henry vor dem inneren Auge: „… the world isn’t ready for / the havoc in her blood / and the storm on her skin, / but she doesn’t stop / for anyone: and she walks / with thunder in her shoes.“ Los geht’s!

Text Andrea Weller
Fotos Steffen Jahn

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Sylter Stil: Das Hotel Severin*s Resort und Spa hat Europas größtes zusammenhängendes Reetdach.


Infos zu Sylt und Porsche auf Sylt:
www.sylt.de und www.porsche-auf-sylt.de

Manufakturen:
Kaffeerösterei Sylt, www.kaffeeroesterei-sylt.com
Kontorhaus Keitum, www.kontorhauskeitum.de
Surfschule Südkap Surfing, www.suedkap-surfing.de

Übernachten:
Hotel Severin*s Resort & Spa. Exklusives 5-Sterne-Superior-Hotel in Keitum auf einem 30.000 m²-Areal, Sylter Stil, großzügige Zimmer, Suiten und Appartements, zwei Restaurants, 2.000 m²-Spa mit Tageslicht-Pool, Themensaunen und Hamam, Kooperationshotel der Porsche Deutschland GmbH, www.severins-sylt.de

Kleine kulinarische Zwischenstopps:
Frischer Fisch, www.fisch-matthiesen-sylt.de
Exotische Burger, http://twisters-sylt.de
Knusprige Stullen, selbst gebrautes Bier, www.brot-und-bier.de

Mehr auf Porsche Live:
Ein Roadmovie zu dieser Geschichte und eine Online-Bildergalerie gibt es zu sehen unter www.porsche.de/backstage

Kraftstoffverbrauch und Emissionen

911 Carrera GTS Cabriolet
9,4 – 8,4
l/100 km
214 – 190
g/km