Träume für sich selbst und andere verwirklichen

Sie weiß, was sie will und macht am liebsten alles gleichzeitig: Sara Nuru ist Model, Geschäftsfrau, einfach ein wahres Multitalent. Es verwundert nicht, dass sie außerdem Botschafterin für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung ist – und on top ihr eigenes Unternehmen nuruCoffee und den Verein nuruWomen gegründet hat. Das Ziel ihrer beiden Projekte ist es, den internationalen Handel mit Kaffee fairer zu gestalten und Frauen in Äthiopien dabei zu unterstützen, unabhängig zu werden: mithilfe von Mikrokrediten und Bildung, die das Unternehmen durch den Verkauf von Fairtrade- und Bio-Kaffee anbieten kann. So geben Projekte den Frauen nicht nur die Chance auf Selbstständigkeit. Sie ermöglichen es ihnen auch, sich mit ihren afrikanischen Wurzeln zu verbinden, sich gegenseitig zu unterstützen und ihr Leben nachhaltig positiv zu beeinflussen. Als eine der Wegbereiterinnen von The Art of Drive will Nuru die nächste Generation dabei inspirieren, ihre Ziele zu erreichen.

’The Art of Drive’ präsentiert Sara Nuru

Die Lust, neue Pfade zu erkunden

Sara Nuru wurde 2009 im Alter von 19 Jahren international in der Modeszene bekannt. Von da an baute sie sich eine erfolgreiche Karriere in der Branche auf. Der Schritt zur Unternehmerin war dennoch ein mutiger. Sie hatte weder Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt noch etwas in diese Richtung studiert. Aber sie vertraute auf ihren Mut und ihre Überzeugung. „Zu Beginn dieser Transformationsphase dachte ich, ich kann nur das eine oder das andere sein. Aber so schwarz-weiß ist es nicht“, stellt sie fest. „Ich weiß jetzt, dass ich beides kombinieren kann, Model und Geschäftsfrau – beide Elemente können Teil meiner Identität sein. Das gilt für alle Bereiche des Lebens. Man muss sich nicht in eine Schublade stecken.“

Sicherlich war der Schritt ins Unbekannte ein abenteuerliches Wagnis. „Etwas völlig Neues zu machen, ist anfangs immer beängstigend“, gibt Nuru zu. Aber sie ließ sich darauf ein und fragte sich: „Was motiviert mich? Was treibt mich an? Und was möchte ich tun? Es ist sehr wichtig, sich diese Fragen zu stellen, vor allem, wenn man etwas Neues wagen will, wenn man seine Komfortzone verlässt.“

Bei ihren Überlegungen wurde sie stark von ihren Eltern inspiriert, die Mitte der 1980er Jahre nach Deutschland kamen, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. „Mich motiviert die Tatsache, dass ich etwas zurückgeben kann“, sagt sie. „Mich treibt Äthiopien an, das Land meiner Eltern, und der Wunsch, es aus einer neuen Perspektive zu zeigen. Und vor allem den Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“

Veränderungen brauchen ihre Zeit

Sie gibt offen zu, dass der Aufbau eines Unternehmens manchmal sehr mühsam ist. „Wenn man einen Traum verwirklichen will, geht das nicht von heute auf morgen. Man braucht einen extremen Durchhaltewillen. Habt Geduld, vertraut dem Weg, den ihr gehen wollt. Egal wie lange es dauert, es zahlt sich irgendwann aus!"

Sie betrachtet ihre Arbeit als einen Marathon und nicht als einen Sprint. Für sie ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, um nachzudenken. Sie meditiert täglich, was ihr dabei hilft, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen und die Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten. „Wir alle wissen, dass es gerade Gründer:innen sind, die etwas schaffen. Die von einem Ziel erfüllt sind, aber oft unter einem Burnout leiden, weil sie sich so sehr in ihren Plänen verlieren, dass sie vergessen, sich um sich selbst zu kümmern. Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, ein Gleichgewicht zu finden“, sagt sie.

Wenn sie ein bisschen mehr als Meditation braucht, sucht sie gerne Ablenkung in etwas völlig anderem als ihrem Alltag. „Ich habe mir zum Beispiel vier Wochen frei genommen und einen Töpfer Retreat gemacht“, verrät sie lächelnd. „Es klingt klischeehaft, aber ich wollte einfach etwas tun, bei dem ich meine Hände benutzen kann. Bei dem ich kreativ sein kann, ohne strategisch oder langfristig denken zu müssen. Ich wollte einfach etwas erschaffen und fertigstellen, um ein unmittelbares Erfolgserlebnis zu haben.“

Zweifel? Einfach mal machen

Was sie anderen rät, um den Mut zu finden, etwas Neues zu wagen? Die Angst davor erkennen und es trotzdem machen. Das Worst-Case-Szenario lässt sich ja im Vorfeld analysieren, um für dessen Bewältigung gewappnet zu sein. So schwindet auch die Angst vor dem Scheitern. „Leider wird uns eingetrichtert, dass Scheitern schlecht ist, dass es nicht passieren darf. Aber ich denke, das ist ein Teil des Lebens. Nicht alles wird so eintreten, wie man es sich vorstellt, und das ist auch in Ordnung. Trotzdem weiterzumachen ist eigentlich das Schönste, was man tun kann. Dieser Mut wird wirklich belohnt.“ 

„Mein Rat an alle, die ein eigenes Unternehmen gründen wollen, lautet: Folgt eurer Intuition, glaubt an euch und bleibt an der Verwirklichung eures Traums dran.“

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