Angelique Kerber, ehemalige Nummer Eins der Tennis-Weltrangliste steht seit ihrem dritten Lebensjahr auf dem Platz. Ihre Familie hat ihr früh beigebracht, auf die eigene Stimme zu hören und das zu tun, was sie liebt, egal was andere sagen.

 

Sie steckt sich klare Ziele und arbeitet hart. Ihre Karriere ist geprägt von Höhen und Tiefen aus denen sie lernt und ihre Kraft schöpft. Denn auch wenn andere sie schon aufgegeben haben, kämpft sie sich immer wieder zurück, gemäß ihres berühmten Zurufes: „Komm jetzt”.

 

Ihre Arbeitsethik, Liebe zum Tennis und mentale Stärke zahlen sich aus. Sie weiß, was sie will und behält ihre Ziele fest vor Augen. 2016 gewinnt sie zwei Grand Slams, Silbermedaille bei Olympia in Rio, wird die Nummer eins der Welt und erfüllt sich schließlich 2018 ihren Kindheitstraum vom Sieg in Wimbledon.

 

Wie sie ihre Ziele visualisiert und ihre mentale Stärke trainiert teilt sie mit uns in The Art of Drive.

Alleine, fokussiert und ganz im Moment.

„Als Tennisspielerin bin ich auf dem Platz mit mir alleine. Vieles prasselt gleichzeitig auf dich ein: Der Leistungsdruck, die Gegnerin, der nächste Schlag und die Erwartungshaltungen von außen. Ich habe über die Jahre gelernt, mit dem Druck umzugehen und meine mentale Stärke trainiert. Kurz bevor ich raus auf den Platz gehe, mache ich Atemübungen, um mich zu beruhigen und zu erden. Während des Spiels rufe ich oft: ‚Komm jetzt‘! Der Zuruf wurde zu meinem persönlichen Mantra. Es ist wie eine Art Fokus-Knopf für mich selbst. Ich blende dann alles um mich herum aus und lasse mich nicht ablenken. Ich erinnere mich, dass ich mir selbst vertrauen kann und weiß, was als nächstes zu tun ist. Es hilft mir, mich zu fokussieren und mich voll und ganz auf den Moment und mein Ziel, das Spiel zu gewinnen, zu konzentrieren.“

Aus Niederlagen gestärkt zurückkommen

„2016 und 2018 waren ohne Zweifel ganz besondere Jahre in meiner Karriere.  Allerdings gab es in den letzten Jahren auch viele Rückschläge, die ich einstecken musste. 2017 war kein einfaches Jahr. Ich habe viele Runden verloren und ich war nicht in bester Verfassung. Natürlich gibt es dann von außen viele Diskussionen. Du wirst kritisiert, viele wissen es besser, und man glaubt nicht mehr wirklich an dich. Aber genau aus solchen tiefen Momenten schöpfe ich meine Kraft. Mein Ziel ist es, dann noch stärker zurückzukommen. Ich will jedem und vor allem mir selbst zeigen: ‚Doch, ich kann es.‘ Mir ist es dann egal was man über mich schreibt, denn ich weiß, wo ich hin will und fokussiere mich auf den Weg. Ich kämpfe mich immer zurück.

Ich kann jedem raten, aus Niederlagen Kraft zu schöpfen, immer an sich zu glauben und seinen ganz eigenen Weg gehen, egal was andere sagen. Das musste auch ich lernen und hat mich schließlich zu der Person gemacht, die ich heute bin.“

Als Mentorin für die nächste Generation

„Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt und bin über mich hinausgewachsen. Ich bin wahnsinnig stolz auf mich und dankbar für mein Team, das mir dabei hilft, meine Ziele zu erreichen. Dieses Wissen und die Leidenschaft fürs Tennis möchte ich gerne weitergeben und Mentorin für die jüngere Generation sein. Ich bin sehr stolz auf die Angi Kerber Academy in meinem Heimatland Polen. Der Ort ist für mich sehr besonders. Es ist ein Trainingscamp, ein Restaurant, ein Hotel, also alles an einem Ort. Jeder ist in der Academy willkommen!“