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      <p>Mehr Leistung trotz weniger Verbrauch. Was absurd klingt, ist manchmal ganz einfach. Man muss sich nur trauen, bisher in Stein gemeißelte Prinzipien in Frage zu stellen.</p>
      <p>Die 911 Turbo und 911 Turbo S Modelle besitzen eine innovative Expansionssauganlage, die erstmals beim letzten 911 GT2 eingesetzt wurde. Ihr einzigartiges Funktionsprinzip stellt die bekannten Verfahren auf den Kopf: Die Expansionssauganlage ist nicht einfach eine Weiterentwicklung der Resonanzsauganlage für Turbomotoren. Sie beschreitet einen völlig eigenen Weg, der allem Gelernten zuwiderzulaufen scheint.</p>
      <p>Grundsätzlich finden in allen Sauganlagen neben Luftströmungen auch Luftschwingungen statt. Diese bestehen sowohl aus einer Kompressionsphase, in der sich die Luft zusammenpresst, als auch einer Expansionsphase, in der sich die Luft ausdehnt.</p>
      <p>Bei der klassischen Resonanzsauganlage gilt das Prinzip: mehr Luft, mehr Leistung. Deshalb wird der Kompressionseffekt der Luftschwingungen im Saugsystem genutzt, um möglichst viel Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Zylinder zu pressen. Der Nachteil: Beim Komprimieren erwärmt sich die Luft. Das Gemisch kann so nicht leistungsoptimal gezündet werden.</p>
      <p>Die Expansionssauganlage kehrt das Prinzip komplett um – gegen jede Erfahrung der letzten Jahrzehnte. Wie das? Durch ihre Geometrie im Vergleich zur herkömmlichen Sauganlage: Das Verteilerrohr ist länger und hat einen kleineren Durchmesser, die Saugrohre sind kürzer. Das setzt die Luftschwingungen völlig anders als bisher ein: Anstelle der Kompressionsphase wird jetzt vor dem Brennraum die Expansionsphase genutzt – weil die Luft sich beim Ausdehnen abkühlt. Folge: Das Gemisch im Brennraum ist kühler – und lässt sich so leistungsoptimaler zünden.</p>
      <p>Der vermeintliche Widerspruch in diesem System löst sich leicht auf: Durch die Expansion gelangt weniger Luft in die Zylinder. Aber eine leichte Erhöhung des Ladedrucks gleicht diesen Effekt aus. Der Erwärmung der Luft durch den höheren Ladedruck wiederum lässt sich durch die optimierten Ladeluftkühler entgegenwirken.</p>
      <p>Statt mehr Luft sorgt also kühlere Luft für mehr Leistung. Das Ergebnis: ein deutlich verbesserter Wirkungsgrad des Motors für eine höhere Motorleistung. Und günstigerer Verbrauch bei hohen Lasten und Drehzahlen.</p>
      <p>Wie gesagt: Manchmal muss man nur etwas in Frage stellen, was alle bisher für richtig hielten.</p>
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