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      <p>Um die Evolution des 911 Turbo verstehen zu können, muss man 1974 beginnen. In Frankreich. Auf dem Pariser Automobilsalon. Der erste 911 mit Turbolader. Das falsche Auto zur falschen Zeit. Das meinten zumindest einige Journalisten, Zweifler und Zauderer.</p>
      <p>Ihre Bedenken waren durchaus nachvollziehbar. Schließlich waren die Zeiten hart und das Öl knapp. Und Porsche bringt ein Auto, das den Begriff Supersportwagen vorwegnehmen sollte. 260 PS. 343 Nm Drehmoment. 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.</p>
      <p>Was war also los in Zuffenhausen? Mangelndes Verständnis für die Anforderungen des Marktes? Blinde Leistungswut? Vielleicht sogar Hybris und Ignoranz?</p>
      <p>Sicher, der Wille zur Leistung war nicht von der Hand zu weisen. Aber er war zielgerichtet. Und die Mittel waren ein Sonderweg. Ein Blick auf das Datenblatt genügte. Neben den Fabelwerten für Motorleistung, Drehmoment, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit gab es noch andere, nicht weniger überraschende.</p>
      <p>Dem ersten 911 Turbo genügten 3 Liter Hubraum und 6 Zylinder in Boxeranordnung, um die Sportwagenwelt („Viel Hubraum ist gleich viel Leistung!“) auf den Kopf zu stellen.</p>
      <p>In anderen Worten: Hier, auf dem Messestand in Paris, stand nicht nur ein kraftstrotzender Bolide. Hier stand eine Idee, eine Chance. Aus weniger mehr herauszuholen. Das Verhältnis von Aufwand und Nutzen zu optimieren. Kurz: Effizienz braucht Leistung. Das war das Prinzip. Und es gilt bis heute.</p>
      <p>Technisch möglich machte es eine Erfindung von 1905. Der Schweizer Ingenieur Dr. Büchi nutzte die Energie der Abgasströme, um den Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren zu erhöhen. Eine Steigerung der Effizienz also.</p>
      <p>Um den praktischen Nutzen zu verstehen, muss man kein Ingenieur sein. Turboaufladung bedeutet enormen Leistungszugewinn bei vergleichsweise kleinen Hubräumen. Der Vorteil von kleinvolumigen Motoren macht sich vor allem in unteren und mittleren Lastbereichen – also beim alltäglichen Fahrbetrieb auf der Straße – bemerkbar. Die Verbrauchswerte und CO2-Emission liegen hier im Vergleich zu hubraumstarken Motoren deutlich niedriger.</p>
      <p>Weitere Vorteile sind die kompakten Abmessungen und das resultierende niedrige Gewicht. Der Motor braucht also weniger Platz und hält das Fahrzeuggewicht niedrig. Kurz: Agilität und Dynamik hoch, Verbrauch runter.</p>
      <p>Natürlich steckte die Technik 1974 noch in den Kinderschuhen. Die Idee musste noch reifen.</p>
      <p>Fakt jedoch war: Sie funktionierte. Aus 400 geplanten Fahrzeugen ist ein Generationenwerk entstanden.</p>
      <p>Neben dem ständigen Zugewinn von Leistung wurden beim 911 Turbo über die Jahre verschiedenste Technologien zur Optimierung von Fahrverhalten, Dynamik sowie Verbrauch und Effizienz eingeführt.</p>
      <p>Beispiele sind die gelochten Bremsscheiben von 1977, welche die Bremsperformance erhöhten und die ungefederten Massen reduzierten. Der Bi-Turbo-Motor ab 1995 überzeugte durch eine deutlich harmonischere Leistungsentfaltung. Der 911 Turbo konnte also deutlich gelassener und damit kraftstoffsparender bewegt werden. Dazu erhöhte erstmals ein Allradantrieb Traktion und Fahrsicherheit.</p>
      <p>Ein großer Schritt in Richtung mehr Effizienz gelang bei der Einführung des <br />911 Turbo auf Basis des Typs 996 im Jahr 2000. Hier kamen Technologien zum Einsatz, die auch im neuen 911 Turbo Verwendung finden. VarioCam Plus reduzierte den Verbrauch drastisch. Der ausfahrbare Spaltflügel ergänzte die vorbildliche Aerodynamik durch den Faktor der Variabilität.</p>
      <p>Das Jahr 2006 brachte mit dem 911 Turbo auf Basis des Typs 997 eine Revolution des Turboladers: die variable Turbinengeometrie (VTG). Mehr Leistung. Mehr Drehmoment. Weniger Verbrauch. Weniger CO2. Porsche war der erste Automobilhersteller, der diese Technologie in Serie für Ottomotoren einsetzen konnte. Und ist bis dato der einzige.</p>
      <p>Und heute? Heute ist das Prinzip 911 Turbo so leistungsstark, so effizient und damit so gültig wie noch nie zuvor.</p>
      <p>Die Benzindirekteinspritzung (Direct Fuel Injection – DFI) verbessert Leistung, Drehmoment und Ansprechverhalten des Motors, senkt aber Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Das optionale Porsche Doppelkupplungsgetriebe verkürzt die Schaltzeiten, eliminiert die Zugkraftunterbrechung und erhöht die Effizienz durch den lang übersetzten 7. Gang. Auch die Expansionssauganlage sowie die bedarfsgeregelte Ölpumpe leisten ihren Beitrag.<br /></p>
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