Der RS Spyder ist eine komplette Porsche Eigenentwicklung – nur so konnte sichergestellt werden, dass Motor, Getriebe, Chassis, Fahrwerk und Aerodynamik ein harmonisches Gesamtpaket darstellen. Das Fahrzeugkonzept ist im Sinne einer optimalen Fahrdynamik auf einen möglichst tiefen Schwerpunkt und gute Traktion ausgelegt.
Der 90-Grad-V8-Rennmotor mit 3,4 Litern Hubraum zeichnet sich besonders durch sein geringes Gewicht und den tief liegenden Schwerpunkt aus. Der Vierventiler verfügt über eine Trockensumpfschmierung und Einzeldrossenklappen. Für die Saison 2008 wurde der Motor im Verbrauch weiter optimiert und für den in der ALMS vorgeschriebenen E10-Kraftstoff mit 10% Bioethanol-Anteil noch besser angepasst. Das Langstreckentriebwerk leistet mit dem vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer und Saugrohreinspritzung 478 PS. Im Laufe der Saison 2008 kam - zunächst beim Team Penske Racing - ein nochmals weiterentwickelter Motor zum Einsatz. Mit Benzin-Direkteinspritzung (DFI) leistet er 503 PS bei gleichzeitig nochmals verbessertem Kraftstoff-Verbrauch.
Das Triebwerk und das Getriebe sind als mittragende Teile ins Chassis integriert. Die Kraftübertragung übernimmt ein sequenzielles, geradeverzahntes 6-Gang-Klauengetriebe mit einer 3-Scheiben-Kohlefaser-Kupplung. Geschaltet wird über Tasten am Lenkrad. Für optimale Traktion sorgen ein mechanisches Sperrdifferenzial und eine Traktionskontrolle.
Zusammen mit der Motor-Getriebe-Einheit bildet ein hochsteifes Kohlefaser-Monocoque das Rückgrat des RS Spyder. Das Monocoque verfügt über genau definierte Crashstrukturen und eine integrierte Sicherheitstankzelle. Für die vordere und hintere Radaufhängung kommen Doppeldreieckslenker zum Einsatz, die in Höhe, Sturz und Spur verstellbar sind. Ebenso sind die Federn, Stoßdämpfer und Querstabilisatoren individuell einstellbar. Für den RS Spyder wurde eine Bremsanlage mit Doppel-Hauptbremszylindern und variabler Bremskraftverteilung entwickelt. Der Durchmesser der Kohlefaserbremsscheiben beträgt an der Hinterachse 355 Millimeter. Vorne sind es sogar 380 Millimeter. Die passenden Rennreifen liefert Michelin.
Die Technik verbirgt sich unter einer Hülle, die auf den ersten Blick auffällt. Das Design der mehrteiligen Kohlefaser-Außenhaut wurde nach aero- und thermodynamischen Gesichtspunkten optimiert.
Das Reglement gibt ein Mindestgewicht von 800 (American Le Mans Series) bzw. 825 Kilogramm (Le Mans Series und 24h Le Mans) vor. Der RS Spyder erreicht dieses Gewicht ohne den umfangreichen Einsatz exotischer und damit sehr teurer Materialien. Dafür aber mit einem intelligenten, hoch integrierten Leichtbau-Konzept.