Die vom 7. bis 10. April dauernde Weltmesse für Oldtimer in Essen setzte zum wiederholten Mal neue Maßstäbe.
„Wer wissen will, wie sich die Räder in der Welt der Old- und Youngtimer drehen, der kommt am Nummer-1-Meetingpoint der Szene einfach nicht vorbei“, urteilt Anton Leon Franssen über die Techno Classica. Die aktuellen Zahlen bestätigen nur allzu deutlich die Aussage des Geschäftsführers der SIHA GmbH, die diese Oldtimer-Weltmesse in Essen veranstaltet. 1021 Aussteller aus 15 Nationen, darunter über 130 Clubs und Restaurierer, 2500 ausgestellte Fahrzeuge und mit 141 100 Besuchern ein neuer Zuschauerrekord, so lautete die phantastische Bilanz der diesjährigen Veranstaltung, die vom 7. bis 10. April dauerte.
Kein Wunder, dass sich auch die traditionsbewussten Automobilhersteller regelmäßig mit großem Engagement an dieser Messe beteiligen. Besonders gelungen präsentierte sich die Marke Porsche, und das nicht nur, weil sich der Stand in einer der schönsten Hallen befand. Allein die Fahrzeuge der acht vertretenen Porsche Clubs ließen die Herzen der aus aller Welt angereisten Porsche Fans höher schlagen. Interessiert umrundete Dr. Path vom PC Great Britain den ausgestellten 944 Turbo S und erkundigte sich nach technischen Details. Walter Näher musste ständig die Geschichte seines orangefarbenen 914-6 GT Werksrallyewagens erzählen, der in frisch restauriertem Zustand und mit zeitgenössischen Sponsoraufklebern die Blicke der Besucher auf sich zog. „Es werden auch immer wieder Verkaufsangebote an uns herangetragen“, nannte Udo Breuer vom Porsche 914 Club einen weiteren Grund für die unzähligen Gespräche, die hier von den Clubvertretern geführt wurden.
Manche Besucher erfreuten sich einfach nur am Anblick des roten 968 Coupés, des weißen 928 GTS, des 911 RS Safari-Werkswagens oder des Diesel-Standards. Andere wiederum suchten den Kontakt zur Porsche Clubbetreuung, oder sie traten sogar noch auf der Messe einem der Porsche Classic Clubs bei. „Wir haben schon neun neue Mitglieder“, freute sich nach drei von vier Messetagen Margitta Beil-Hildebrand vom Porsche 356 Club Deutschland. Der Club hatte einen schmucken 356 A Convertible D mit nach Essen gebracht.
Wer sich über die Restaurierung oder die Ersatzteilversorgung für ein solches oder ein anderes klassisches Porsche Fahrzeug informieren wollte, der wurde von den Mitarbeitern des Kundenzentrums bestens beraten. Als Anschauungsobjekte dienten ein Porsche Carrera RS 2.7, ein Schnittmodell eines 911, bestehend aus einer Tür und Teilen der angrenzenden Kotflügel, sowie ein im Schnitt dargestellter 930 Turbomotor.
Als zentrale Anlaufstelle fungierte die Beratungstheke, wo die Porsche Classic Mitarbeiter auf den Bildschirmen der Computer die Ersatzteilkataloge darstellen und sofort die Verfügbarkeit bestimmter Teile klären konnten. Viele sicherten sich natürlich auch den angebotenen Gutschein, mit dem sie den Zustand ihres klassischen Porsche im Werk I in Zuffenhausen checken lassen können.
Direkt neben der Beratungstheke erlebten die Besucher die Ersatzteilfertigung bei Porsche live. Zwei Mitarbeiter zeigten unter den Blicken zahlreicher Neugieriger, mit welchem Arbeitsaufwand und Geschick ein Lenkrad oder beispielsweise die sogenannte Kassettenbox eines Porsche 928 mit Leder bezogen wird.
Doch Porsche demonstrierte nicht nur Kompetenz in Sachen Restaurierung. Anhand eines aktuellen 911 Carrera konnten sich die Besucher von den Möglichkeiten überzeugen, die das Exlusive Programm zur Veredelung eines Porsche bietet, während die erfolgreiche Motorsportgeschichte ein 935 Baby symbolisierte – ein nur zwei Mal eingesetztes Exemplar mit 1,4-Liter-Turbomotor, das 1977 das Rennen in Hockenheim in der kleinen Division der Deutschen Rennsport-Meisterschaft gewann.
Zu verkaufen war dieses Auto aus dem Porsche Museum allerdings nicht, genau wie alle anderen Fahrzeuge auf dem Stand. Doch dafür konnten beim Porsche Design Driver’s Selection Direktvertrieb allerhand Porsche Accessoires erworben werden – und die fanden reißenden Absatz. Eine rundum gelungene Messe also, und wer nicht dabei war, hatte wirklich etwas versäumt.