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911

KTL und Lackierung

Porsche - KTL
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Lack an allen Teilen:
Der 911 T bietet wieder glänzende Aussichten

Es geht voran. In der Classic Werkstatt von Porsche mehren sich die Zeichen, dass sich die umfangreichen Restaurierungsarbeiten an dem Porsche 911 T US-Version, Baujahr 1973, im fortgeschrittenen Stadium befinden. Das Fahrzeug hat nach der Form jetzt auch seine Farbe bekommen: Es strahlt in original Silbermetallic. „Revive the Passion“, die gemeinsame Aktion des Porsche Club of America (PCA), der Porsche Clubbetreuung und von Porsche Classic, bietet glänzende Aussichten. Denn wenn nach der Verlosung unter den PCA-Mitgliedern der Sieger im August bei der Porsche Parade in den USA das Fahrzeug entgegen nehmen wird, darf er sich nicht nur über einen schönen, 38 Jahre alten Porsche freuen. Vielmehr besitzt er einen Porsche Klassiker, der sich in einem besseren Zustand präsentiert als der damalige Neuwagen.

Schließlich nutzen die Experten von Porsche Classic die Schönheitspflege im Rahmen der Vollrestaurierung auch dazu, die Karosserie von Grund auf nach modernsten Methoden, gepaart mit jahrelanger Erfahrung, vor Korrosion zu schützen. Zum einen gab es diese Methoden in den 70er Jahren noch nicht und werden auch heute – mangels Möglichkeit – kaum angewandt. Zum anderen gehen die Spezialisten von Porsche Classic zur Optimierung des Fahrzeugs ihren eigenen Weg. Das fängt mit der Vorbereitung an. Wie berichtet, haben die Mechaniker die Rohkarosserie im Vorfeld vollständig zusammengebaut. So konnten in einem frühen Stadium sämtliche Spaltmaße genau vermessen und vor allem sämtliche Löcher für Zierleisten und Anbauteile gebohrt werden. Anschließend wurden alle Teile wieder abmontiert. Das ist zwar aufwendig, bringt aber den Vorteil, nach der Lackierung nicht mehr bohren zu müssen.

Eine weitere Extra-Behandlung erfahren die Porsche Klassiker durch das sogenannte KTL-Bad (Kathodische Tauch-Lackierung). Das KTL-Bad gehört in der heutigen Automobilproduktion als optimale Grundierung zum Standard.

Auf dem freien Markt findet sich kaum die Möglichkeit, einem Oldtimer die perfekte Grundierung und den Haftgrund per KTL-Bad zukommen zu lassen.

Der Vorteil einer Grundierung durch ein KTL-Bad liegt in ihrer Gründlichkeit. Durch die elektrostatische Aufladung werden die Lackteilchen wie von einem Magnet bis in die letzten Winkel und Ecken angezogen. Sie schützen auch Stellen, die bei noch so gewissenhafter Arbeit mit der Spritzpistole einfach nicht zu erreichen sind.

Auf das KTL-Bad folgte zur weiteren Verbesserung des Korrosionsschutzes die Abdichtung sämtlicher Schweißnähte. Anschließend spritzten die Experten einen Steinschlagschutz auf den Unterboden, in die Radhäuser, in den Kofferraum und in den Motorraum. Als typisch für Porsche Classic gilt der nächste Arbeitsschritt - die so genannte Vorlackierung. Innenraum, Motor- und Kofferraum erhielten dabei vorab die silberne Originalfarbe des Fahrzeugs. Anschließend wurden die meisten Anbauteile angebracht, wie Kabelbaum, Leitungen, Fahrwerk, Achsen und Bremsen. Weil die Mechaniker bei diesen Arbeiten zwangsläufig mit der Außenhaut des Fahrzeugs in Berührung kommen und möglicherweise unliebsame Spuren hinterlassen könnten, legen die Lackierer ihre Spritzpistole auf die Seite, bis diese Arbeiten beendet sind.

Zu guter Letzt schleifen die Experten die Außenhaut nur noch fein an. Danach kommt die Karosse zum Lackieren in die Lackierbox. In einem zweiten Schritt erhalten größere Karosserieanbauten wie Türen, Deckel, Schiebedach, Stoßstangen und das hintere Abschlussblech gesondert ihre silberne Farbe und den abschließenden Klarlack.

Jetzt strahlt der begehrte Elfer, und die Mechaniker arbeiten gedanklich bereits am nächsten Schritt. Das Interieur kommt in den Wagen. Eine Geschichte für sich. Vieles muss von Hand wieder aufgerüstet oder ganz neu hergestellt werden.