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Porsche - Interieur
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Vom Himmel bis zum Teppich:
Der 911 T ist wieder eingerichtet

Die Liebe zum Auto entfacht nicht der Gasfuß. Er kann sie allenfalls vertiefen. Denn wenn der Fahrer erstmals hinterm Steuer Platz nimmt, kommen die Emotionen auf Touren, noch lange bevor sich die Kolben in Bewegung setzen. Dann bilden sich alle Sinne ihre Meinung und machen Meldung ans Gehirn. Wir riechen, fühlen, tasten und freuen uns an dem, was wir sehen. Das Innere des Wagens bewegt uns ebenso wie die Einrichtung unseres Wohnzimmers. Der Wohlfühlfaktor bestimmt die Zuneigung zur Maschine.

Der 38 Jahre alte Porsche 911 T, US-Version, bleibt sich auch in dieser Phase seiner Vollrestaurierung treu. Das Interieur – ganz original – verströmt erneut den Charme der 70er Jahre. „Revive the Passion“, die gemeinsame Aktion des Porsche Club of America (PCA), der Porsche Clubbetreuung und von Porsche Classic, wird immer erlebbarer. Nach der Verlosung des Fahrzeugs unter den PCA-Mitgliedern kann der Sieger im August bei der Porsche Parade in den USA das wertvolle Objekt in Empfang nehmen und zu einer exklusiven Reise aufbrechen: zurück in die Zukunft – wann immer er Lust verspürt.

Angesichts der Ausstattung des begehrten Klassikers bekommen die „inneren Werte“ eine ganz neue Bedeutung. War die Beseitigung unliebsamer Alterserscheinungen am Motor und an der Karosserie technisch gesehen vielleicht eine größere Herausforderung, so ist bei der Wiederherstellung des Interieurs viel Feingefühl, handwerkliches Geschick und Erfahrung gefragt. Nur dann können die alten Zeiten originalgetreu wieder aufleben. Bei einem 38 Jahre alten Elfer ist diese Aufgabe gar nicht so einfach zu lösen. Denn wer Originalteile für die Innenausstattung benötigt, muss schon wissen, woher sie zu bekommen sind. Hergestellt werden sie in aller Regel nicht mehr. Beim 911 T fiel das deshalb ins Gewicht, weil vom Interieur doch einiges fehlte. Aber natürlich wissen die Experten der Porsche Classic Werkstatt in der Nähe von Stuttgart ganz genau, wo sie heute noch diese Teile finden. Gerade solche, die nach gewissenhafter Überarbeitung wieder das Prädikat „neu“ verdienen.

Schon in den 70er Jahren bot Porsche verschiedene Sitze an. Dieser 911 T war mit Komfort- und nicht mit Sportsitzen ausgestattet. Sie wurden von den Experten neu aufgepolstert und mit Originalmaterial bezogen. Dasselbe gilt für die Hutablage hinten, die Notsitzlehnen hinten und die Sitzflächen. Aufwendige Handarbeit erfordert auch die komplette Teppichanlage: vermessen, schneiden, exakt einpassen – auf gebrauchtes Material konnten die Experten in diesem Fall nicht zurückgreifen. Auch die Bugraumverkleidung entstand komplett in Handarbeit – aus original Nadelfilz. Was man nicht gleich sieht, aber sowohl technisch notwendig als auch optisch angenehm ist: sämtliche Armaturen wurden von Grund auf überholt.

Da der 911 T ein Schiebedach besitzt, hat auch der Fahrzeughimmel seine Eigenheiten, die sich im Alltag als sehr praktisch erweisen. Zuerst schärften die Experten das Originalmaterial, das heißt, sie machten es dünner. Anschließend wurde es perforiert und dann eingepasst. Das besondere an diesem Himmel aber ist ein Reißverschluss an der richtigen Stelle. Durch diese Öffnung erreichen Mechaniker für mögliche Wartungsarbeiten den Antrieb des Schiebedachs.

Jetzt sieht der 911 T schon wieder aus wie neu. Und das ist er auch. Außen Silber, innen Schwarz – bereits damals die klassische und begehrteste Farbkombination. Wer das Fahrzeug im vergangenen Herbst in seinem bemitleidenswerten Zustand gesehen hat, kann sich immer noch kaum vorstellen, dass das heiß umworbene Sammlerstück so ausgesehen hat, als es 1973 in Zuffenhausen vom Band gelaufen ist. Jetzt muss der Klassiker nur noch fahren. Aber das kann nicht mehr lange dauern. Die Aktion „Revive The Passion“ befindet sich auf der Zielgeraden.