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April - Juni

„Moments of Movements“ feiert Premiere im Porsche-Zentrum StuttgartPorsche stellt Skulpturen von Prof. Jürgen Goertz aus

Stuttgart. Das Engagement für die Kultur spielt bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, traditionell eine wichtige Rolle. Nun hat sich der Sportwagenhersteller auf ein ganz neues Terrain gewagt, bei dem sich allerdings auch alles um das Thema Formgebung dreht: die Bildhauerei. Professor Jürgen Goertz, einer der bedeutendsten Sculptoren seiner Generation, hat auf Basis einer 911-Karosse zum Thema Evolution das multimediale Objekt „Moments of Movements“ geschaffen, das heute erstmals in der Porsche-Niederlassung Stuttgart öffentlich gezeigt wird.

Das imposante Werk, an dem der Künstler rund 13 Jahre gearbeitet hat, vereint in sich die unterschiedlichsten Materialien, wie zum Beispiel Aluminium, Edelstahl, Blattgold oder Kunststoff. Die knapp drei Meter hohe und rund fünf Meter tiefe Skulptur aktiviert alle Sinne: Einzelne Teile werden von Elektromotoren angetrieben und drehen sich. Ein Monitor zeigt bewegte Bilder, integrierte Lautsprecher liefern den passenden Ton. Eine Nebelmaschine hüllt das Objekt gelegentlich in eine geheimnisvolle Wolke. Dann kann die Skulptur nur noch durch das Licht ihrer Glasfaserprojektoren auf sich aufmerksam machen und auf diese Weise Kontakt mit dem Betrachter aufnehmen.

„Moments of Movements ist keine Auftragsarbeit“, betont Porsche-Personalvorstand Harro Harmel. „Professor Goertz ist im Jahr 1993 mit der Anfrage an uns herangetreten, ob wir ihm nicht eine Neunelfer-Karosserie überlassen könnten. Da wir seine bisherigen Werke gut kannten und von der Qualität seines künstlerischen Schaffens überzeugt waren, haben wir seiner Bitte natürlich gerne entsprochen. Aber niemand wusste, was er aus der Karosserie machen würde“, sagt der Personalvorstand.

Jürgen Goertz konnte seiner Kreativität freien Lauf lassen, ganz nach dem Motto: Kunst kann nachdenklich stimmen, provozieren oder einfach nur schön sein. „Der Betrachter muss generell selbst entscheiden, ob ihn ein Kunstwerk persönlich anspricht oder nicht. Wir sind von den Moments of Movements jedenfalls begeistert“, so Harmel.

Daneben werden zehn weitere Arbeiten von Goertz gezeigt, die in den letzten Jahren und Monaten entstanden sind. Die bevorzugten Werkstoffe des in Angelbachtal, südlich von Heidelberg, lebenden Künstlers sind Aluminium, Bronze, Edelstahl, Blattgold oder Neusilber, mal hochglanz poliert, mal patiniert.

Bei seinem jüngsten Werk – nur wenige Tage vor der Vernissage fertiggestellt – ließ sich Goertz von der in Deutschland ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft inspirieren. Entstanden ist die Skulptur „Footballad“, die die Geburt eines Fußballers symbolisiert.

„Es gab immer wieder kulturelle Veranstaltungen in unseren Porsche-Zentren. Aber diese Ausstellung ist etwas ganz besonderes – gerade weil der Bezug zu Porsche und unseren Sportwagen in vielfältiger Hinsicht erkennbar ist. Moments of Movements bewegt einfach – im wahrsten Sinne des Wortes. Für eine Wanderausstellung eigentlich der passende Titel“, sagt der Geschäftsführer der Porsche Deutschland GmbH, Bernhard Maier, der die aufwendige Kunst-Schau in seinen Häusern ermöglicht.

Noch bis Ende September läuft die Ausstellung in der Porsche-Niederlassung Zuffenhausen.Danach werden die Objekte in den folgenden Porsche-Zentren zu sehen sein: München Süd, Hamburg-Nordwest, Berlin, Frankfurt und Essen. Weiterhin werden die Werke auch in Leipzig präsentiert.

GO

Ausstellungen und Plastiken – eine Auswahl

1989 - Drei Großplastiken für die Internationale Bildhauerausstellung Artluminium in Montreal
1990 - Zwei Großplastiken für Yokohama, Japan
1992 - Einzelausstellung in Luxemburg
1994 - Ausstellung „Monuments Moments“ vor dem Reichstag in Berlin
1997 - Ausstellung Großplastiken im Park der Mumm-Akademie, Eltville
2000 - Großplastik S-Printing Horse für die Print Media Academy, Heidelberg
2001 - Einzelausstellung in UlmKunstkonzept für die Villa Visconti und den Hillerplatz in Bietigheim
2003 - Ausstellung „Ansbach beflügelt“ im Stadtkern von Ansbach
2004 - Fertigstellung des privaten Skulpturenparks in Angelbachtal
2006 - Moments of Movements

Vita Prof. Jürgen Goertz

1939 - in Albrechtshagen/Posen geboren
1963-66 - Studium der Bildhauerei in Karlsruhe, Examen für Kunsterziehung
1966-68 - Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes1968-69 - Aufenthalt an der Camberwell School of Art in London
1970 - Heirat mit der Malerin Christa Heyn
1971-72 - Gastlehrauftrag an der Hochschule für bildende Künste Karlsruhe
1972-73 - Villa-Massimo-Preis, Rom
1973 - Preis der Bundesrepublik Deutschland bei der Biennale in Florenz
1974 - Geburt der Tochter Eva-Julia
1975 - Arbeitsstipendium des Kulturkreises im BDI
1978 - Berliner Kunstpreis
2004 - Verleihung des Ehrentitels „Professor h.c.“ durch den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel
2005 - Gastlehrauftrag an der New York Studio School, New York

31.05.2006