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Juli - September

Nostalgie am Nürburgring„Porsche Classic“ auf dem Oldtimer-Grand-Prix 2009

Stuttgart. Auf den Spuren der Porsche-Motorsportgeschichte wandelt das „Kundenzentrum-Classic“ beim 37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring, der besucherstärksten Oldtimer-Veranstaltung in Deutschland. Der für die Betreuung von allen Porsche Old- und Youngtimern zuständige Bereich der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, präsentiert sich vom 7. bis 9. August auf einem insgesamt 12.000 Quadratmeter großen Areal in unmittelbarer Nähe zur Rennstrecke.

Neben den Angeboten und Leistungen für die Reparatur, Wartung, Pflege, Restaurierung und Originalteileversorgung von klassischen Porsche-Sportwagen wird Porsche Classic wieder zusammen mit ausgewählten Lieferanten die breite Ersatzteil-Versorgungsspanne des Sportwagenherstellers sowie die gemeinsame, langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet zeigen. Im Porsche Classic-Zelt stehen die Experten aus Zuffenhausen wie auch die Spezialisten der Classic-Zulieferer für eine kompetente Beratung bei Fragen zu Restaurierungen und Ersatzteilversorgung bereit.

Einer der ältesten und wohl auch bekanntesten Porsche-Lieferanten ist die Meinerzhagener Otto Fuchs KG. Dort wurde anfangs der 60er Jahre im Auftrag von Porsche für den 911 das von Heinrich Klie gestaltete Porsche-Flügelrad entwickelt, die berühmte „Fuchs“-Felge. Über
20 Jahre lang war das leichtgewichtige Fünfstern-Schmiederad als Porsche Serien- und Sonderausstattung im Angebot, erstmals 1966 beim 911 S.

Porsche hat in diesem Jahr zudem gleich dreifachen Grund zum Feiern. So würde Professor Dr. Ing. h.c. Ferdinand Anton Ernst „Ferry“ Porsche am 19. September 2009 stolze 100 Jahre alt werden. Und Ferry Porsche verstand es immer glänzend, sich neben dem Erfolgskonzept der 911-Baureihe auch für innovative Ideen seiner Ingenieure zu begeistern. Auch das Modell 914, der VW-Porsche, fiel in seine Ära. Genauso wie der legendäre Le Mans-Gewinner 917, den das britische Fachblatt „Motor Sport“ zum großartigsten Rennwagen der Geschichte wählte. Beide Autos feiern 2009 ein rundes Jubiläum: Sie werden 40 Jahre alt.

Parallel zum Kundenzentrum-Classic präsentieren sich auf der weitläufigen Porsche-Ausstellungsfläche auch die Bereiche
„Exclusive & Tequipment“ sowie „Porsche Design Driver’s Selection“.
Ein umfangreicher Hospitality-Bereich mit eigener Tribüne an der Rennstrecke rundet das Angebot ab. Porsche erwartet rund 700 Gäste, die mit rund 400 Porsche-Fahrzeugen aus ganz Europa anreisen werden.

Zu sehen bekommen die Porsche-Freunde im Classic-Zelt unter anderem den Polizei-Porsche der 911-Baureihe 993, den Ferry Porsche 1996 persönlich als Geschenk der Baden-Württemberger Polizei überreichte. Bis zu seiner Ausmusterung im Staatsdienst war der Elfer – das millionste von Porsche gebaute Auto – stets problemlos im Einsatz. Heute gehört es zum Fundus des Porsche-Museums und wurde von Porsche Classic in einen neuwertigen Zustand versetzt. Exemplarisch steht der Polizei-Elfer aber auch für die gesamte 993-Baureihe, der letzten mit Luftkühlung. Seit dem 1. August 2009 liegt nun auch die Betreuung aller 993, gebaut von 1993 bis 1998, als Youngtimer in den Händen von Porsche Classic.

Darüber hinaus sind aber auch die Fahrzeuge des japanischen Rennfahrers und Porsche-Enthusiasten Tetsu Ikuzawa echte Besonderheiten. Ikuzawa war 1967 als einziger japanischer Porsche-
Werksfahrer auf einem 906 im Einsatz und gewann in jenem Jahr den Japanese Grand Prix. 1969 kaufte er sich in England, wo er damals wohnte, einen signalgelben 911 S Targa. 40 Jahre später kaufte er das 170 PS starke Auto nach weltweiter Suche zurück. Es stand, mittlerweile schwarz lackiert, samt nachträglich montiertem RS-Heckflügel in einer Halle in Nogano in Japan. Mit der Komplettrestauration wurde Porsche Classic beauftragt, an deren Ende der 911 bis ins Detail wieder so sein wird, wie er Zuffenhausen 1969 verließ. Doch Ikuzawa ging als wahrer Porsche-Fan noch einen Schritt weiter: Parallel zum klassischen Targa fertigte Porsche Exclusive für ihn einen optisch nahezu identischen Carrera 4S Targa der aktuellen Baureihe 997. Natürlich in signalgelb und weiteren Veredelungen aus dem Exclusive-Programm.

Youngtimer mit hohem Wert: Die 911-Baureihe 993

Als sich Porsche im Jahre 1993 daran machte, die 911-Baureihe 964 durch einen Nachfolger zu ersetzen, steckte das Unternehmen in einer existenzbedrohenden Krise. Das neue Modell 993 musste einschlagen, das war jedem in Zuffenhausen klar. Und der nun völlig überarbeitete Elfer, der letzte der luftgekühlten Ära, wurde trotz anfänglicher Kritik zum nachhaltigen Erfolg. Harm Lagaay und seine Design-Abteilung hatten es gewagt, die Front spürbar flacher zu gestalten und die Stoßfänger in die Karosserie zu integrieren. Doch die Grundsilhouette blieb: Rund die Scheinwerfer, betörend und bullig breit das Heck. Der 3,6-Liter-Boxer-
motor war auf 272 PS erstarkt, der Ventiltrieb von jetzt an hydraulisch und damit wartungsfrei. Dazu bekam der 911 eine völlig neue Hinterachse aus Leichtmetall, deren „Weissach-Effekt“ Lastwechselreaktionen in schnellen Kurven spürbar entgegen wirkte. Und der neue 993 war komfortabler geworden als sein Vorgänger, geschaltet werden durfte nun über ein sauber abgestuftes Sechsganggetriebe.

Im Innenraum blieb es natürlich bei den fünf Rundinstrumenten, eine neue Mittelkonsole und sehr bequeme Sitze kamen hinzu. Doch das auf der IAA im Herbst 1993 gezeigte Coupé sollte nicht lange alleine bleiben. Bereits wenige Monate später debütierte rechtzeitig zum Frühjahr 1994 das Cabriolet, im Modelljahr 1995 kam der vierradgetriebene Carrera 4 dazu. Anstelle der noch elektronisch gesteuerten Allrad-Technologie des Vorgängers schickte nun eine Visco-Kupplung bis zu 40 Prozent der Antriebsleistung auf die Vorderräder. Nur rund 50 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Hecktriebler waren zu verbuchen. Doch damit nicht genug blieb Porsche auch bei der Typenreihe 993 beim bewährten Weg der Variantenvielfalt. Zum Herbst 1994 reizte der 300 PS starke Carrera RS auch die Sportfans zum Umstieg auf das neue Modell. Im Frühjahr 1995 folgte dann der allradgetriebene Turbo. Zwei Lader hauchten dem 3,6-Liter-Boxermotor 408 PS ein, die traditionell verbreiterte Karosserie trug den turbotypischen, großen Heckflügel. Mit dem heckgetriebenen GT2 kam 1995 der ultimative Leichtbau-993 dazu, dessen 430 PS die neue Leistungsspitze dieser Baureihe markieren sollten. Zum Modelljahr 1996 spendierte Porsche dem Carrera 993 dann eine umfangreiche Modellpflege, die Leistung stieg dank VarioRam-
Ansauganlage auf 285 PS. Und auch der Targa kehrte mit einer völlig neuen Glasdach-Konstruktion auf die Elfer-Bühne zurück. Wer auf die geballte Power des Turbo, aber nicht auf dessen verbreitertes Heck verzichten wollte, konnte nun zudem zwischen Carrera 4S oder 2S wählen. Die Krönung der Baureihe 993 folgte im letzten Modelljahr 1998: Zwei größere Turbolader bringen den nochmals verfeinerten GT2 auf 450 PS. Das selbe Triebwerk steckt auch unter der Haube des limitierten Sondermodells 911 Turbo S. Heute sind die 911 der Baureihe 993 bereits begehrte Sammlerstücke mit hohem Werterhalt. Über 61.000 dieser Fahrzeuge werden noch auf den Straßen in aller Welt bewegt, davon mehr als 10.000 allein in Deutschland.

Porsche und der Nürburgring

Seit den Anfängen der Marke zählt der Nürburgring zu den wichtigsten Rennstrecken für Porsche. Bereits in den frühen Jahren des deutschen Nachkriegsrennsports stellten die Zuffenhausener Sport- und Renn-
wagen vom Typ 356 und 550 auf dem schwierigen Nordschleifenkurs ihre Zuverlässigkeit unter Beweis. Beim Großen Preis von Deutschland machte 1953 Hans Herrmann von sich Reden, als er im neuen Porsche 550 Spyder in der Klasse bis 1,5 Liter Hubraum einen Klassensieg und -rekord holte.

Beim 1.000-Kilometer-Rennen, dem Jahreshöhepunkt im deutschen Rennsportkalender, erzielten Wolfgang Graf Berghe von Trips und Umberto Maglioli 1956 im Porsche 550 A Spyder einen viel beachteten Klassensieg und vierten Gesamtrang. 1957 waren es die Privatfahrer Paul Ernst Strähle und Paul Denk, die mit einem Porsche 356 A 1500 GS Carrera einen ersten Platz bei den GT-Wagen erzielten. Als Hecht im Karpfenteich waren die kleinen, leichten und wendigen Porsche 550 und 718 stets sichere Anwärter auf einen Klassenerfolg, doch ein Gesamt-
sieg war aufgrund der Leistungsdifferenz zu den Dreiliter-Rennwagen nahezu unmöglich. Dennoch kam es immer wieder zu beachtlichen Erfolgen wie dem zweiten Gesamtrang von Joakim Bonnier und Umberto Maglioli im Jahr 1960, als sie sich im Porsche 718 RS 60 allein einem Dreiliter-Maserati geschlagen geben mussten. 1962 waren es Graham Hill und Hans Herrmann, die im Porsche 718 W-RS als Dritte auf das Siegerpodest fuhren. Dem Fahrerteam Hans-Joachim Walter, Ben Pon und Herbert Linge gelang es im Jahr 1963, mit ihrem Porsche 356 B 2000 GS Carrera GT einen vierten Gesamtrang zu erzielen und zahlreiche Wagen der überlegenen Prototypenklasse hinter sich zu lassen. 1964 waren es Gerhard Koch und Ben Pon, die im Porsche 904 Carrera GTS einen dritten Gesamtplatz einfuhren.

Umso größer die Sensation, als 1967 Udo Schütz und Joe Buzetta im Zweiliter-Prototyp 910 den ersten Porsche-Gesamtsieg beim 1.000-
Kilometer-Rennen erzielten. Die Überlegenheit der Porsche-Rennwagen wird im Endresultat des Rennens deutlich: Die ersten vier Plätze belegten Porsche 910, auf Rang 6 lag ein Porsche 906 Carrera 6. Mit dem Einstieg in die Klasse der Prototypen wurde Porsche über Jahre zur dominierenden Marke bei den 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring. 1968 folgte ein weiterer Doppelsieg, den Jo Siffert und
Vic Elford im Porsche 908 KH vor Hans Herrmann und Rolf Stommelen im Porsche 907-8 KH anführten. 1969 gelang mit dem Sieg von Jo Siffert und Brian Redman ein besonders erfolgreicher Hattrick, als die ersten fünf Platzierungen durch Porsche 908/02 belegt wurden. Die Siegesserie setzte Porsche auch 1970 mit einem Doppelsieg und 1971 mit einem Dreifachsieg fort.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre führte Porsche seine Erfolgs-
geschichte auf dem Nürburgring mit dem in der Gruppe 5 homologierten Typ 935 weiter. Das 1.000-Kilometer-Rennen 1977 endete mit einem Doppelsieg der Fahrerteams Schenken/Stommelen/Hezemans sowie Wollek/Fitzpatrick. 1978 waren es Klaus Ludwig, Hans Heyer und Toine Hezemanns, die vor vier weiteren Porsche 935 siegten.
Ebenso erfolgreich endete das Rennen 1979, als Manfred Schurti, John Fitzpatrick und Bob Wollek nach 44 Nordschleifen-Runden als Erste von fünf Porsche 935 die Ziellinie überfuhren. Ein Jahr darauf wurde der Sieg von Rolf Stommelen und Jürgen Barth zu einer besonderen Überraschung. Sie gewannen mit einem modifizierten Porsche 908/4 des privaten Joest-Rennteams.

In den 1980er Jahren prägten die Porsche-Rennwagentypen Porsche 956 und 962 die Rennen um die Weltmeisterschaft der Gruppe C. Die Dominanz des auch Kundenteams zur Verfügung stehenden 956 zeigt sich auch im Ergebnis des 1.000-Kilometer-Rennens 1983: Jochen Mass und Jacky Ickx siegten vor drei weiteren Porsche 956. Das enorme Tempo der Gruppe C-Boliden macht ein Rekord des Porsche-
Rennfahrers Stefan Bellof deutlich. Im Training für das 1.000-Kilometer-
Rennen 1983 fuhr er in einem Porsche 956 auf der Nordschleife eine einmalige Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h. Im Jahr darauf holte Bellof zusammen mit Derek Bell den Rennsieg. Diesen Erfolg wiederholte Bell zusammen mit Hans-Joachim Stuck 1985 im Porsche 962 C.

Die Tradition der Porsche-Siege auf dem Nürburgring wird bis heute bei den 24-Stunden-Rennen fortgesetzt. So fuhren erst im Mai 2009 die Piloten Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas und Marcel Tiemann zum dritten Mal in Folge im Porsche 911 GT3 RSR als Erste über die Ziellinie. Für das mit Werksunterstützung operierende Team Manthey Racing war dies bereits der vierte 24-Stunden-Sieg in Folge.

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Hinweis: Bildmaterial zu klassischen Porsche-Modellen steht akkreditierten Journalisten auf derPorsche-Pressedatenbank unter der Internet-Adresse http://presse.porsche.de zur Verfügung.

Wichtige Porsche-Siege auf dem Nürburgring

1967 (1.000-Kilometer-Rennen)
Udo Schütz/Joe Buzzetta
Porsche 910
1968 (1.000-Kilometer-Rennen)
Jo Siffert/Vic Elford
Porsche 908
1968 (24-Stunden-Rennen)
Eberhard Sindel/Dr. Dieter Benz
Porsche 911 S
1969 (1.000-Kilometer-Rennen)
Jo Siffert/Brian Redman
Porsche 908/02
1970 (1.000-Kilometer-Rennen)
Vic Elford/Kurt Ahrens jr.
Porsche 908/3
1971 (1.000-Kilometer-Rennen)
Vic Elford/Gerard Larrousse
Porsche 908/3
1976 (24-Stunden-Rennen)
Fritz Müller/Herbert Hechler/Karl-Heinz Quirin
Porsche 911 Carrera
1977 (1.000-Kilometer-Rennen)
Tim Schenken/Rolf Stommelen/Toine Hezemans
Porsche 935
1977 (24-Stunden-Rennen)
Fritz Müller/Herbert Hechler
Porsche 911 Carrera
1978 (1.000-Kilometer-Rennen)
Klaus Ludwig/Hans Heyer/Toine Hezemans
Porsche 935-77A
1978 (24-Stunden-Rennen)
Fritz Müller/Herbert Hechler/Franz Geschwendter
Porsche 911 Carrera
1979 (1.000-Kilometer-Rennen)
Manfred Schurti/John Fitzpatrick/Bob Wollek
Porsche 935-77A
1980 (1.000-Kilometer-Rennen)
Rolf Stommelen/Jürgen Barth
Porsche 908/4
1983 (1.000-Kilometer-Rennen)
Jochen Mass/Jacky Ickx
Porsche 956
1984 (1.000-Kilometer-Rennen)
Stefan Bellof/Derek Bell
Porsche 956
1985 (1.000-Kilometer-Rennen)
Derek Bell/Hans-Joachim Stuck
Porsche 962C
1988 (24-Stunden-Rennen)
Edgar Dören/Gerhard Holup/Peter Faubel
Porsche 911 Carrera
1993 (24-Stunden-Rennen)
Antonio de Azevedo/Franz Konrad/Örnulf Wirdheim/Frank Katthöfer
Porsche 911 Carrera
2000 (24-Stunden-Rennen)
Bernd Mayländer/Michael Bartels/Uwe Alzen/Altfrid Heger
Porsche 911 GT3 R
2006 (24-Stunden-Rennen)
Lucas Luhr/Timo Bernhard/Mike Rockenfeller/Marcel Tiemann
Porsche 911 GT3-MR
2007 (24-Stunden-Rennen)
Marc Lieb/Timo Bernhard/Romain Dumas/Marcel Tiemann
Porsche 911 GT3 RSR
2008 (24-Stunden-Rennen)
Marc Lieb/Timo Bernhard/Romain Dumas/Marcel Tiemann
Porsche 911 GT3 RSR
2009 (24-Stunden-Rennen)
Marc Lieb/Timo Bernhard/Romain Dumas/Marcel Tiemann
Porsche 911 GT3 RSR

15.07.2009